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Abwehrspieler wird Hertha BSC nach sieben Jahren verlassen : Niklas Stark und die wichtigen letzten Runden

Die Wege von Stark und dem Verein trennen sich am Saisonende. Bis dahin stehen allerdings noch sehr bedeutsame Wochen an.

Abwehrspieler wird Hertha BSC nach sieben Jahren verlassen : Niklas Stark und die wichtigen letzten Runden

Niklas Stark köpft gegen Hoffenheim den Ball weg.Foto: IMAGO/Andreas Gora

Es war direkt nach dem ersten Trainerwechsel dieser Saison bei Hertha BSC im Spätherbst. Tayfun Korkut, der Nachfolger von Pal Dardai, ließ in einem Trainingsspiel die meisten Stammspieler in einem Team auflaufen. Niklas Stark war nicht dabei und stand wenige Tage später bei Korkuts Debüt beim VfB Stuttgart auch nicht in der Startelf.

Keine vier Monate später, nach dem zweiten Trainerwechsel der Saison: Bei der ersten Einheit unter Felix Magath war Stark beim abschließenden Trainingsspiel nicht in der Elf mit den Stammkräften. Doch diesmal war die Lage komplett anders als Ende November. Der 26-Jährige fehlte leicht angeschlagen. Vier Tage später gegen die TSG Hoffenheim stand er von Beginn an auf dem Rasen.

Nach dem 3:0-Sieg zählte Stark auf, was gut gelaufen war: Hertha sei gut reingekommen und stand stabil, „wir haben die Ketten eng gemacht und gut kommuniziert“. Was er nicht erwähnte, aber was auch so zweifelsfrei zu erkennen gewesen war: Als alleiniger Sechser im neuen 4-1-4-1-System hatte Stark mit einer sehr ansprechenden Vorstellung großen Anteil daran, dass es nach Wochen des Misserfolgs aufwärts ging bei Hertha.

Dazu passte, dass Stark mit seinem ersten Tor in der Fußball-Bundesliga nach mehr als zwei Jahren die Führung erzielt hatte.

Und das auf einer Position, die er von früher bestens kennt, auf der aber lange nicht mehr gespielt hatte. Regelmäßig zuletzt in der Hinrunde der vorigen Saison unter Trainer Bruno Labbadia. Der Positionswechsel damals sei nicht schlecht gewesen, „um einen anderen Blick für den Sechser zu bekommen“, hatte Stark einmal rückblickend geäußert.

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Trainer Felix Magath erinnerte sich nun an Starks Qualitäten im defensiven Mittelfeld und stellte ihn dort auf statt in der Innenverteidigung. Stark hatte nicht viele Ballkontakte, organisierte aber vorzüglich. So wie auch Hertha insgesamt deutlich weniger den Ball hatte als Hoffenheim, aber dafür alles im Griff.

Was gegen eine fußballerisch gute Mannschaft wie die TSG klappte, könnte auch am Samstag gegen eine fußballerisch gute Mannschaft wie Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, live bei Sky) klappen. Vieles spricht also dafür, dass Stark bei Bayer erneut auf der Sechserposition agiert.

Niklas Stark hatte 2020/21 die meisten Einsatzminuten bei Hertha BSC

In der vergangenen Saison hatte er am Ende die meisten Einsatzminuten aller Hertha-Profis, aktuell liegt er hinter Torwart Alexander Schwolow auf Platz zwei. Auch bei Tayfun Korkut war Stark schnell wieder Stammspieler. Wie fast immer seit seinem Wechsel vom 1. FC Nürnberg im Jahr 2015. Bei Hertha ist er zum Nationalspieler geworden, doch der letzte seiner bisher zwei Einsätze liegt knapp anderthalb Jahre zurück.

Noch im vorigen Sommer hatte Stark gesagt, dass er sich gut vorstellen könnte, seinen nun auslaufenden Vertrag zu verlängern und vielleicht sogar bis zum Karriereende zu bleiben. Ende 2021 sprach Sportgeschäftsführer Fredi Bobic zwar von einem „offenen, klaren, sehr ehrlichen Austausch“.

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Ein Angebot des Vereins an den Vizekapitän, der vom Gehalt her bei Hertha im oberen Bereich anzusiedeln ist, gab es jedoch nicht und wird es laut „Kicker“ auch nicht geben. In der Innenverteidigung ist Hertha gut besetzt, Stark verlässt den Klub am Saisonende ablösefrei. Wohin, das steht bislang nicht fest. Immer mal wieder war von Interesse aus England berichtet worden.

Stark ging in der Vergangenheit oft voran, wenn es darum ging, nach Spielen Erklärungsversuche dafür zu finden, warum es wieder nichts geworden war – obwohl er oft auch keine richtige Erklärung hatte. Auf dem Platz leistete er sich auch in dieser für Hertha erneut sehr schwierigen Saison selten größere Fehler, trat meist solide auf. Doch derjenige, der andere mitreißt, der den Weg weist auf dem Rasen, ist er nie geworden.

Das sei nur der erste Schritt gewesen, hatte Stark nach dem Sieg gegen Hoffenheim gesagt. „Aber wir gehen die weiteren Aufgaben nun mit einem besseren Gefühl an“. Spielt er so wie gegen die TSG, wird Stark bei den Berlinern bis Saisonende noch eine sehr wichtige Rolle zukommen. Und bestreitet er alle ausstehenden Partien, steht er dann in Sachen Pflichtspiele für Hertha BSC bei der runden Zahl 200.

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