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Anne Will zu Norbert Röttgen : „Das ist eine echt geschichtsvergessene Analyse“

Im TV-Talk deutet Röttgen an, wie CDU-Opposition unter seiner Führung aussehen könnte. Gesundheitsminister Lauterbach macht derweil das, was er am besten kann.

Anne Will zu Norbert Röttgen : „Das ist eine echt geschichtsvergessene Analyse“

Norbert Röttgen, Mitglied des CDU-Präsidiums und Kandidat für den CDU-Vorsitz, bei Anne WillFoto: imago images/Jürgen Heinrich

Während die Ampel gerade erst die Regierungsarbeit aufgenommen hat, ist der CDU-Mann Röttgen schon wieder voll im Wahlkampfmodus. Anders kann man sich sein Auftreten in den Polit-Talkshows des Landes momentan schwer erklären. Anne Will geht soweit, dem Kandidaten für den CDU-Vorsitz Geschichtsvergessenheit vorzuwerfen.

„Neue Regierung, alte Krise — kann da der versprochene Aufbruch gelingen?“, lautete das Thema der Sendung. Beantworten sollten diese Frage neben Röttgen Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Politologe Wolfgang Merkel und Welt-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld.

Doch wie so oft derzeit in jeglichen Polit-Talkshows, wurde schnell wieder die große Schuldfrage gestellt. Wer ist Schuld an der jetzigen Situation? Wer trägt die Verantwortung?

„Herr Röttgen, das Deutschland in einer derart schweren Welle jetzt steckt, ist das wirklich der Regierung anzulasten, die gerade mal vier Tage im Amt ist?“, möchte Will wissen.

Röttgen spricht seiner eigenen Partei die Schuld zwar nicht komplett ab, kommt aber schnell auf die neue Ampel-Regierung zu sprechen und die Parlamentsmehrheit, die diese schon seit der Bundestagswahl gehabt habe. Es habe eine Verantwortungsübernahme der Ampel-Parteien im Parlament gegeben, „und die war fatal“, sagt Röttgen.

Es sei ein schwerer Fehler gewesen, „von vorne herein zu verkünden, die epidemische Lage von Nationaler Tragweite“ bestehe nicht mehr. Grüne und SPD hätten sich auf den Weg der FDP führen lassen, aus Gründen der „Machtpolitik“. Und danach: „Ich will ja nicht sagen, dass das schon ein Verhaltensmuster sein muss, aber…“.

„Es kam Gesichtswahrung und Taktik vor Korrektur“

„Und dann kam etwas, was mich wirklich gestört hat“, sagt Röttgen gleich darauf. „Dann war eigentlich klar, es war falsch. Es war wirklich falsch, weil sie Befugnisse den Ländern in der schwierigsten, gefährlichsten, tödlichsten Lage der Pandemie genommen haben. Es kam dann Gesichtswahrung und Taktik vor Korrektur.“ Das stimme nicht ganz, merkt Will an. „Doch“, erwidert Röttgen. „Mal gucken“, sagt Will und grinst.

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Sie erinnert den CDU-Politiker daran, dass die Gesetzeslage noch bis zum 24. November galt. Danach seien die Länder natürlich in der Lage gewesen, die entsprechenden Instrumente zur Bekämpfung der Pandemie einzusetzen, die das Gesetz noch erlaubte. Und in dieser Zeit sei die vierte Welle schon höher gewesen als jede Welle davor. „Jetzt hinzugehen und zu sagen, es ist im Grunde genommen das Versäumnis der Ampel — ein falsches Zeichen, ein falsches Signal — ist im Grunde genommen eine echt geschichtsvergessene Analyse“, sagt Will. Und legt gleich mit einer Frage nach: „Und ist das dann die Form von Opposition, die sie auch unter ihrer Führung vorlegen wollen?“

Geschichtsvergessen sei ein großes Wort und so richtig Geschichte sei das auch noch nicht, sagt Röttgen. Ein Norbert Röttgen kann da sogar einen Karl Lauterbach etwas aus der Ruhe bringen. „Ganz entspannt“, hört man da Göring-Eckardt mal im Hintergrund in die Runde sagen.

Lauterbach macht das, was er am besten kann

Sonst tut der Gesundheitsminister das, was er immer tut. Er nutzt seine Redezeit dafür, gewohnt sachlich und am Beispiel verschiedener Studien zu erklären, wieso das Boostern so wichtig, warum eine Impfpflicht nötig sei.

Zudem bedankt er sich ganz nebenbei noch bei seinem Vorgänger Jens Spahn, der mit dafür verantwortlich sei, dass die Booster-Kampagne in Deutschland besser laufe, als in jedem anderen europäischen Land.

Auch Göring-Eckardt möchte sich in der Sendung bedanken. Nicht bei Jens Spahn, sondern bei denen, die besonders unter den Corona-Maßnahmen gelitten haben — den Kindern. Sie seien klaglos gewesen und hätten nun ganz besonders das Recht darauf, wieder ein normales Leben führen zu können, weshalb Kinderimpfungen nun besonders wichtig seien. „Danke Kids“, sagt sie. Hier sind sich wohl alle einig.

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