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Autonome Aktion in Berlin-Mitte : Besetzer dringen auf Geländes des einstigen „Köpi“-Wagenplatzes ein

Auf und vor dem Areal des früheren „Köpi“-Wagenplatzes protestieren Besetzer gegen den Eigentümer. Eine Versammlung wurde am späten Freitagabend aufgelöst.

Autonome Aktion in Berlin-Mitte : Besetzer dringen auf Geländes des einstigen „Köpi“-Wagenplatzes ein

Polizeibeamten blockierten Freitagnacht den Eingang des Geländes an der Köpenicker Straße. Davor versammelten sich Aktivisten.Foto: Dominik Totaro

Das Areal des früheren Wagenplatz an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte ist am Karfreitag besetzt worden. Bis zu 20 Männer und Frauen überwanden um circa 18:30 Uhr die Zäune zu dem Grundstück, sie zündeten Feuerwerk, Knallkörper und Rauchtöpfe, beschallten das Areal mit Musik und hissten Transparente. Es folgten Reden auf Deutsch und Englisch. Vor dem Eingang des Areals an der Köpenicker Straße versammelte sich am späten Freitagabend eine Menschenmenge. Diese wurde um ca. 23:10 Uhr aufgelöst, jedoch verblieben ca. 50 Leute und protestierten lautstark. Einige wenige Aktivisten kletterten auf einen Baum.

Die Besetzer forderten mögliche Unterstützer via Twitter auf, sich vor dem Gelände zu versammeln. Auf dem Grundstück unmittelbar an dem von Autonomen bewohnten Haus „Köpi 137“ lebten Dutzende Frauen und Männer über Jahre in fest platzierten Camping- und Bauwagen – bis der Eigentümer das Gelände im Herbst 2021 räumen ließ. Am Freitag teilten die neuen Besetzer mit, der Besitzer habe das Areal nicht bebaut, sondern lasse es für Spekulationen brach liegen.

Autonome Aktion in Berlin-Mitte : Besetzer dringen auf Geländes des einstigen „Köpi“-Wagenplatzes ein

Polizeibeamte schützen den Eingang des Areals an der Köpenicker Straße.Foto: Dominik Totaro

Um das Camp hatte es 2021 Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben, am Freitagabend postierten sich Einheiten um das Gelände. Zunächst griff die Polizei nicht ein, bestätigte aber einen Einsatz. Die Lage sei weiterhin ruhig. Nach Aussage der Polizei stehe zur Debatte, ob es sich bei der Aktion um Hausfriedensbruch oder eine Besetzung des Geländes handle. Das weitere Vorgehen hinge auch davon ab, ob der Eigentümer Strafantrag stellt. Der für politische Delikte zuständige Staatsschutz ist in die Lageeinschätzung involviert.

Die in der Szene bekannte Initiative «Køpi bleibt» veröffentlichte am Freitagabend ein Statement, in dem die Besetzung des Platzes ankündigt wurde. Dort heißt es: «Wir sind hier, um zurückzufordern, was uns gehört.»

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Bei der Räumung des Wagencamps am 15. Oktober 2021 hatte es nicht nur in Berlin heftige Proteste gegeben, die Polizei nahm damals 76 Personen fest, 46 Einsatzkräfte wurden verletzt. Im vergangenen Herbst war es in Berlin zu diversen Sachbeschädigungen und Brandstiftungen gekommen, die Sympathisanten der Wagenplatz-Bewohner zugerechnet wurden.

Der Altbau in der Köpenicker Straße 137 – das symbolträchtige Szenehaus neben dem früheren Wagenplatz – wird nach wie vor von Autonomen bewohnt. Es liegen, so heißt es, Mietverträge vor, die nach der Besetzung 1990 mit einer damaligen Wohnungsbaugesellschaft abgeschlossen und später verlängert wurden.

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