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Brand in Berliner Wald | Boden auf Sprengplatz 700 Grad heiß

Retter: „Es ist der herausforderndste und gefährlichste Brandbekämpfungseinsatz der Berliner Feuerwehr in der Nachkriegsgeschichte“

Brand in Berliner Wald   | Boden auf Sprengplatz 700 Grad heiß

Keine Entwarnung in Sicht. Der Brand im Berliner Grunewald lodert noch immer

Foto: action press Teilen Twittern SendenVon: Isabel Herwig und Isabel Pfannkuche 05.08.2022 — 15:42 Uhr

Immer wieder Explosionen, ein Feuer, das man nur aus der Ferne löschen kann, und erschöpfte Einsatzkräfte, die gegen einen stärkeren Feind ankämpfen: das Feuer auf einem Sprengplatz in Berlin-Grunewald!

Berlin – Und keiner weiß genau, was noch auf die Feuerwehrkräfte zukommt. Auch mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers auf einem Berliner Sprenglatz im Wald tastet sich die Feuerwehr nur langsam an den brandgefährlichen Ort heran. Schweres Gerät und Sprengmeister Dietmar Püpke (57) sorgten dort am Freitag (5. August) für erste Einblicke.

Die Flammen im Grunewald hat die Feuerwehr mittlerweile größtenteils unter Kontrolle. Aber der Boden auf dem in Brand geratenen Sprenggelände im Berliner Grunewald war am Freitag nach Angaben der Polizei an manchen Stellen noch 700 Grad heiß.

Um die Gefahr weiterer Explosionen von Munitionsresten zu verringern, müssten diese Bereiche mit Wasser gekühlt werden, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz – Erkenntnisse aus der Erkundung des Geländes durch Polizei-Sprengmeister Püpke und Experten der Bundeswehr in einem Bergepanzer am Vormittag.

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Sprengmeister Dietmar Püpke (Aufschrift „Polizei Feuerwerker“) bespricht mit seinem Team den Einsatz in der Sperrzone. Kurze Zeit später rollte er mit den Soldaten im Panzer in Richtung Sprengplatz

Foto: Isabel Pfannkuche

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Dietmar Püpke (57,l.) bei einer Bombenentschärfung im Jahr 2018 in Berlin

Foto: picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa *

Außerdem seien zwei Bomben aus dem Weltkrieg mit einem Gewicht von je 250 Kilogramm auf dem Sprengplatz aus ihren Halterungen gerissen worden. Sie seien zwar nicht explodiert, aber ebenfalls sehr heiß geworden und müssten gekühlt werden. Dafür seien die Feuerwehr und eine Spezialfirma mit einem Löschpanzer im Einsatz.

► Der Sperrkreis um das Gelände und die Sperrungen von Autobahn und Bahnstrecken wurden am Freitag zunächst aufrecht erhalten. Erst wenn die Kühlungen erfolgreich seien und die Gefahr sinke, könnten der Sperrkreis auf 600 Meter Radius verringert und dann auch die Autobahn und die Bahnstrecken wieder freigegeben werden, sagte Cablitz.

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Quelle: info.bild.de

„Es ist der herausforderndste und gefährlichste Brandbekämpfungseinsatz der Berliner Feuerwehr in der Nachkriegsgeschichte“, teilte die Feuerwehr am Freitagnachmittag mit.

Auch am Freitag und den nächsten Tagen werde der Einsatz noch andauern.

Erst Sprengmeister, jetzt Roboter im Einsatz

Nachdem zunächst der Sprengmeister in einem Panzer bis zum Sprengplatz vorgefahren wurde, sind jetzt ein Löschpanzer einer privaten Firma und vier Löschroboter, die ferngesteuert Richtung Brand fahren, Schläuche hinter sich herziehen und Wasser verspritzen können, im Einsatz. In der Luft waren am Freitag erneut ein Polizeihubschrauber und eine Drohne der Feuerwehr mit Wärmebildkameras.

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Aus Niedersachsen unterstützen jetzt ferngesteuerte Roboter, die auch löschen können

Foto: Christophe Gateau/dpa

Das Löschwasser pumpte die Feuerwehr über mehr als drei Kilometer von der Havel und dem See Krumme Lanke mithilfe eines Löschboots und diverser Löschfahrzeuge herbei.

Wir haben „nahezu alles, was es an Technik gibt in Deutschland“ anfahren lassen, sagte Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Kirstein.

Bitter nötig, um an den munitionsverseuchten Brandherd heranzukommen. Lebensgefahr! „Wir müssen damit rechnen, dass es weiter zu Detonationen und zum Trümmerflug kommt“, hieß es von der Feuerwehr.

Ein großes Problem: Niemand hat bislang weitere Erkenntnisse, wie es um den Sprengplatz steht. Insgesamt lagern dort rund 25 Tonnen Weltkriegsmunition und illegales Feuerwerk. Immer wieder sind Explosionen zu hören, Trümmerteile fliegen umher.

Aktuell sind rund 150 Kräfte der Berliner Feuerwehr rund um den Waldbrand im Grunewald im Einsatz. Insgesamt waren es bislang 400. Zudem ist die Freiwillige Feuerwehr vor Ort und unterstützt, genauso wie viele Kräfte der Polizei Berlin, der Bundespolizei, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter Unfall Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes und von privaten Firmen.

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