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Charly Hübner über neuen Film, Eltern und die Zukunft | „Im Unbekannten liegt die größte Hoffnung“

Charly Hübner über neuen Film, Eltern und die Zukunft  | „Im Unbekannten liegt die größte Hoffnung“

Charly Hübner ganz sommerlich in kurzer Hose und mit kurzen Haaren beim Fotoshooting mit BILD. Die Haare mussten für seine Rolle in der RTL+-Serie „The Legend of Wacken“ geschoren werden. Er spielt darin den Gründer des Metal-Festivals

Foto: Sybill Schneider Teilen Twittern Senden Von: Markus Tschiedert 25.09.2022 — 10:31 Uhr

Was tun, wenn ältere Angehörige pflegebedürftig werden?

In dem Drama „Mittagsstunde“ (im Kino) nach dem Roman von Dörte Hansen kümmert sich Charly Hübner (49) in seiner Rolle als Ingwer Feddersen rührend um seine Großeltern, die er lange Zeit für seine Eltern hielt. Das ist aber nur ein Geheimnis, das in dem Film gelüftet wird.

Hübner selbst hätte keine Probleme, Verwandte zu pflegen. Sein Vater ist aber schon verstorben, seine Mutter braucht hingegen Unterstützung. Der Schauspieler hat keine eigenen Kinder, seine Frau, die Schauspielerin Lina Beckmann (41), brachte einen Sohn mit in die Ehe.

Hübner stammt aus Neustrelitz, kam 1993 nach Berlin, um an der Ernst-Busch-Schauspielschule zu studieren. BILD traf ihn zum Interview in Hamburg.

BILD: Man bekommt den Eindruck, „Mittagsstunde“ könnte viel mit Ihnen zu tun haben …

Charly Hübner: „Hm! Ist das so? Vielleicht insofern, dass mich dieser Rückblick schon immer interessiert hat. Schon mit Mitte 20 habe ich dieses Verstehen-wollende-Umdrehen gemacht. Deshalb war mir der Impuls von Ingwer Feddersen total vertraut.“

Charly Hübner über neuen Film, Eltern und die Zukunft  | „Im Unbekannten liegt die größte Hoffnung“

Hübner mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Lina Beckmann

Foto: picture alliance / Geisler-Fotop

Die meisten Ihrer Kollegen sagen eher, sie blicken nicht zurück, sondern nur nach vorn …

Hübner: „Na ja, im Unbekannten liegt ja auch die größte Hoffnung. Das Licht in der Ferne lockt! Aber vielleicht ist das Licht gar kein Feuer, sondern nur ein stehendes Auto mit Parklicht?“

Wie meinen Sie das?

Hübner: „Im Blick nach vorn liegen die meisten Möglichkeiten, im Blick zurück die klarsten Gewissheiten. Beides zusammen ergibt einen größeren Eindruck.“

Eine andere Gemeinsamkeit mit Ihrer Rolle ist aber auch, dass Ihre Eltern Gastwirte auf dem Land waren …

Hübner: „Die Eltern hatten ein Waldhotel betrieben, und wenn man in einer Gastwirtschaft groß wird, ist man immer von vielen Menschen umgeben und bekommt eine Menge Eindrücke. Da war ja immer viel los. Es wurde viel gesungen, gefeiert und gesoffen. Wir reden von den Siebzigern. Da saßen Bauern der Umgebung, systemkritische Liedermacher aus Berlin und der Professor für Veterinärmedizin alle an einem Tisch. Das erzählt ja auch der Film, und je nach Wesen erdrückt dich das und du ziehst dich zurück.“

Waren auch berühmte Künstler dabei?

Hübner: „Ja, es gibt Geschichten von großen Schauspielern und Schreibern aus der ehemaligen DDR.“

Wurden Sie durch solche Besuche inspiriert, selbst Künstler werden zu wollen?

Hübner: „Nein, das mit der Schauspielerei kam erst nach der DDR, vorher wollte ich eher in Richtung Sport oder Journalismus gehen.“

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