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„Gegen Ludwigsburg gelten keine Ausreden mehr“ : Alba Berlin übt sich in Zweckoptimismus

Alba Berlin befindet sich nach überstandener Quarantäne auf der Suche nach dem Rhythmus und peilt im Heimspiel gegen Ludwigsburg den ersten Sieg an.

„Gegen Ludwigsburg gelten keine Ausreden mehr“ : Alba Berlin übt sich in Zweckoptimismus

Mailand oder Madrid – Hauptsache Maodo. Albas Spielmacher Lo (rechts) präsentierte sich trotz gerade erst überstandener…Foto: Matthias Koch/Imago

Für die Basketballer von Alba Berlin gäbe es wirklich einige Gründe, mit ihrem Schicksal zu hadern. Rund um die Feiertage und den Jahreswechsel war die Mannschaft in exzellenter Form, siegte fünf Mal in Folge, hatte endlich alle Spieler gesund beisammen oder wie es Marco Baldi sagt: „Wir hatten uns gefunden.“ Dann kamen die Infektionen, fünf Partien fielen aus, der Rhythmus war weg. Dementsprechend schwierig gestaltet sich nach zwei Wochen Pause der Wiedereinstieg in den Spielbetrieb. Gegen die Euroleague-Topteams Olimpia Mailand und Real Madrid setzte es zwei Niederlagen.

Albas Manager legt dennoch viel Wert auf Optimismus. „Wir dürfen nicht betrauern, dass wir unseren Rhythmus verloren haben“, sagt Baldi. „Den müssen wir uns jetzt halt wiederholen.“ Denn für die Berliner sei der Teamspirit und die gute Laune entscheidend. „Davon leben wir und das darf nicht leiden.“

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Ein Sieg im Bundesliga-Heimspiel in der Arena am Ostbahnhof am Sonntag (15 Uhr, Magentasport) gegen die Riesen Ludwigsburg wäre aber nicht nur stimmungstechnisch sehr wichtig. Während Albas Zwangspause haben sich die Schwaben in der Tabelle vorbeigeschoben und das Hinspiel ging im Oktober an das Team von John Patrick. „Gegen Ludwigsburg gelten keine Ausreden mehr. Egal, ob wir wenig trainiert haben und viel spielen – die Partie wollen und müssen wir gewinnen“, sagt Albas Forward Louis Olinde.

Ganz so einfach ist es aber natürlich nicht. Bis die Berliner wieder annähernd in Bestform kommen, werden vermutlich noch Wochen vergehen und der durch Nachholspiele noch weiter komprimierte Spielplan hilft dabei nicht. Anfang Januar meldete Alba elf Infektionen mit dem Coronavirus in Mannschaft und Betreuerstab. Die Betroffenen mussten in Quarantäne, der Rest wurde täglich PCR-getestet und konnte dann langsam wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. Allerdings gestaltet sich das bei anfangs nur sechs gesunden Spielern schwierig. Denn aufgrund der strikten Sicherheitsvorkehrungen ist es praktisch unmöglich, die Mannschaft kurzfristig mit Jugendspielern aufzufüllen.

„Gegen Ludwigsburg gelten keine Ausreden mehr“ : Alba Berlin übt sich in Zweckoptimismus

Albas Manager Marco Baldi (links) und Sportdirektor Himar Ojeda stehen durch die Pandemie immer wieder vor neuen…Foto: IMAGO / Nordphoto

Die zwei Euroleague-Spiele am Dienstag und Donnerstag waren daher ein klassischer Kaltstart. Dass Alba gegen Mailand so gut mithielt und erst im letzten Viertel abreißen lassen musste, war für Baldi gar keine so große Überraschung. „Wie nach einer Verletzung holt man nach so einer Pause im ersten Spiel alles raus. Wenn man danach aber gleich nochmal spielen muss, geht das Energielevel zwangsläufig runter“, sagt der Manager. Gegen Madrid war der Mannschaft die Müdigkeit deutlich anzusehen.

Aus Spielersicht schilderte Maodo Lo die Situation nach der Niederlage gegen Real eindrücklich. „Wir kommen gerade aus der Quarantäne, fliegen nach zwei Trainingseinheiten nach Mailand, sind gestern Abend ganz spät zurückgekommen und spielen heute gegen Madrid“, rekapitulierte der Spielmacher. Dass er trotz seiner zweiten Corona-Infektion mit 13 Punkten gegen Mailand und 21 gegen Madrid so stark in Form war, überraschte ihn selbst. „Ich hätte nicht erwartet, dass ich diese Energie habe. Aber die Recovery war dieses Mal deutlich besser“, sagte er bei „Magentasport“. Vor einem Jahr lag Lo wochenlang kraftlos im Bett und kam nur schwer wieder in Form, nun waren die Symptome nach drei Tagen verschwunden.

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Wenn man einen positiven Aspekt inmitten dieser schwierigen Situation finden will, dann ist es eben dieser. Anders als im Oktober 2020, als es die Mannschaft ungleich schwerer traf, oder im vergangenen Winter, als der damalige Cheftrainer Aito Garcia Reneses nach seiner Infektion wochenlang fehlte, sind nun alle Spieler geimpft und die Verläufe waren mild. Gegen Mailand fehlten noch drei Spieler, Malte Delow kehrte gegen Madrid zurück und gegen Ludwigsburg dürften Johannes Thiemann sowie Jonas Mattisseck den Kader wieder komplettieren. „Es gibt für diese Fälle ein Protokoll und das wird sehr präzise eingehalten“, sagt Baldi.

Angesichts von vier Spielen in acht Tagen wird Trainer Israel Gonzalez die Kräfte seiner Mannschaft genau dosieren müssen. Der eine oder andere Spieler braucht vermutlich schneller eine Pause, als dies normalerweise der Fall wäre. „Selbst Spieler, die nicht infiziert waren, pumpen schon nach drei oder vier Sprints“, sagt Baldi. Denn das Training, noch dazu mit deutlich reduziertem Personal, reiche nicht. „Gameshape bekommst du nur durch Spiele.“ Daher lautet die große Aufgabe für Alba nun: Von Spiel zu Spiel fitter werden, den Rhythmus finden und dabei so oft wie möglich gewinnen. Idealerweise schon an diesem Sonntag gegen Ludwigsburg.

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