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Jugendwort des Jahres 2022 : Kennen Sie die Begriffe Gommemode, Slay oder Sus?

Hallo, I bims: das Jugendwort des Jahres. Sprach-Babo Langenscheidt sucht aktuell wieder das wyldeste Wort. SIU! Kein Wort verstanden? Wir helfen weiter.

Jugendwort des Jahres 2022 : Kennen Sie die Begriffe Gommemode, Slay oder Sus?

Teenagerin (Symbolbild)Foto: Westend61/Imago

Fühlen Sie sich auch manchmal lost, weil Ihnen bei Konversationen mit Jugendlichen der Swag fehlt? Fallen Sie beim Niveaulimbo zuweilen durch eine cringe Wortwahl auf? Vielleicht sollten Sie in dem Fall einen Blick auf die aktuellen Kandidaten zum Jugendwort des Jahres 2022 werfen.

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Bis zum 13. September stellt der deutsche Buchverlag Langenscheidt auf seiner Webseite zehn Wörter zur Wahl, die als Jugendwort des Jahres 2022 in Frage kommen. Die besten drei Begriffe werden am 20. September bekannt gegeben und kommen anschließend in die nächste Runde. Die finale Abstimmung läuft dann bis zum 18. Oktober. Am 25. Oktober wird schließlich der Gewinner bekanntgegeben und das Jugendwort des Jahres gekürt.

Die Abstimmung richtet sich vornehmlich an Jugendliche – teilnehmen können letztlich aber Personen jeden Alters.

Folgende Jugendwörter stehen 2022 zur Abstimmung

  • Gommemode

    – unendlich stark, unbesiegbar

  • SIU (UUU)

    – Ausruf, wenn etwas unfassbar Gutes / Cooles passiert

  • Smash

    – mit jemandem etwas anfangen (vom Videospiel „Smash or Pass“)

  • Wild / wyld

    – heftig, krass

  • Digga / Diggah

    – Kumpel, Freund:in

  • Macher

    – jemand, der/die Dinge umsetzt ohne zu zögern

  • Bodenlos

    – schlecht, mies, unglaublich

  • Slay

    – wenn jemand selbstbewusst aussieht, selbstbewusst handelt oder etwas Spektakuläres erreicht

  • Sus

    – Suspekt, verdächtig (vom Videospiel „Among Us“)

  • Bre / Bro / Bruder

    – Kumpel, Freund:in

Was ist mit Gommemode gemeint?

Das Wort Gommemode wurde wie so viele Begrifflichkeiten der YouTube- und Gamer-Szene entlehnt. Der bekannte YouTuber „GommeHD“ machte sich in der Vergangenheit vor allem dadurch einen Namen, dass er das Videospiel „Minecraft“ perfektionierte und vor laufender Kamera in sogenannten „Let´s Plays“ spielte und dabei gleichzeitig kommentierte.

Auf seinem eigenen „Minecraft“-Server stellte der YouTuber als Administrator seine eigenen Regeln auf. Das hatte zur Folge, dass „GommeHD“ regelmäßig seine Mitspieler hereinlegte und trollte, indem er im Spiel als Admin Möglichkeiten nutzte, die den anderen „normalen“ Mitspielern verwehrt blieben. Wenn also jemand oder etwas im Gommemode ist, dann ist damit ein gottähnlicher oder unbesiegbarer Modus gemeint.

[Lesen Sie auch: „Chill doch mal, Digga!“ Zehn Tipps, wie die Kommunikation mit Teenagern gelingt (T+) ]

Welche Jugendwörter gab es bisher?

  • 2021: cringe — peinlich, zum Fremdschämen
  • 2020: lost — ahnungslos, verwirrt
  • 2019: kein Jugendwort
  • 2018: Ehrenmann/Ehrenfrau — guter Mensch
  • 2017: I bims — Ich bin’s
  • 2016: fly sein — besonders abgehen
  • 2015: Smombie — Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie: Personen, die beim Gehen immer aufs Handy schauen und dadurch nichts mehr mitbekommen
  • 2014: Läuft bei dir — Gut gemacht! Du hast es drauf! Cool!
  • 2013: Babo — Boss, Chef:in
  • 2012: YOLO — You only live once
  • 2011: Swag — Coolheit, Lässigkeit
  • 2010: Niveaulimbo — sinnlose Gespräche, bei denen das Niveau stetig sinkt
  • 2009: hartzen — (sinnlos) herumhängen
  • 2008: Gammelfleischparty — Ü-30-Party

In den Jahrzehnten davor wurden noch keine offiziellen Jugendwörter gekürt. Trotzdem gab es bei den Jugendlichen Modewörter, die rückblickend betrachtet in einem bestimmten Jahrzehnt anzusiedeln sind. Wie Langenscheidt auf seiner Webseite schreibt, nutzten Jugendliche in den 60er Jahren eher Adjektive wie flott, während beispielsweise in den 80er Jahren eher Beschreibungen wie galaktisch in Mode waren.

[Lesen Sie auch: Cringe, sus und sheesh: Liebe Eltern, so verstehen Sie Ihre pubertierenden Teenager wieder (T+) ]

Die verschiedenen Jahrzehnte und ihre Modewörter

  • 1960-70: flott, dufte, steil
  • 1970-80: toff, hip, bombastisch
  • 1980-90: geil, geilomat, oberaffen­geil, galaktisch, astrein
  • 1990-2000: krass, ultrakrass, fett/phat, granatenmäßig, knorke

Je nachdem, welchen Ausruf der Freude man also benutzt, kann man sich schnell als Kind der 60er, 70er, 80er oder 90er outen. Wer häufig geil sagt, ist vermutlich eher in den 80er Jahren groß geworden. Benutzer des Wortes krass dürften hingegen eher in den 90ern aufgewachsen sein.

Fühlen Sie sich jetzt ertappt? Kein Problem. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein kann man auch aus der Mode gekommene Wörter nutzen ohne gleich als cringe abgestempelt zu werden. Nur Mut! Slay!

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