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Mann in Shisha-Bar hingerichtet | Jahrelange Roma-Fehde in Berlin – Todesschütze gesteht!

Mann in Shisha-Bar hingerichtet  | Jahrelange Roma-Fehde in Berlin – Todesschütze gesteht!

Amir O. wurde vom Berliner Landgericht 2019 wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt (Archivfoto)

Foto: Olaf Wagner Teilen Twittern Senden Von: Anne Losensky 06.10.2022 — 18:02 Uhr

Ein Streit über einen Kino-Sitzplatz führt zu einer langen Feindschaft zwischen zwei Familien. Am Ende wird ein Mann erschossen. Nun stehen ein Vater, einer seiner Söhne und dessen Cousin vor Gericht …

Berlin – Landgericht, Saal 142. Es geht um Streit bis aufs Blut. Entbrannt in einem Kino.

Einer drängelt sich am anderen in einer engen Sitzreihe vorbei – 13 Jahre Streit. Immer wieder aufgelodert, nie gelöscht. Showdown auf der Straße: Kopfschuss von hinten. Ein Mann geht zu Boden. Der Schütze tritt ganz nahe an ihn heran und schießt ihm nochmal in den Kopf. Es gleicht einer Hinrichtung. Es geht um Mord.

DAS OPFER. 2. Oktober 2021, Schulstraße (Wedding). Hamid Hr. (42) war sofort tot.

Mann in Shisha-Bar hingerichtet  | Jahrelange Roma-Fehde in Berlin – Todesschütze gesteht!

Beamte der Spurensicherung suchen in der Schulstraße in Wedding akribisch nach Patronenhülsen und die Geschosse. Sie sichern auch das Video, auf dem der Mord zu sehen ist

Foto: spreepicture

DIE ANGEKLAGTEN. Amir O. (34) gibt die Todesschüsse zu. Bauarbeiter, nach Roma-Sitte verheiratet (sechs Kinder). Sein Vater Ismet H. (52) soll dabei hinter ihm gestanden, Cousin Renato O. (29, Autohändler) im Lokal die Tür abgeschirmt haben. Vater und Cousin schweigen.

Amir nimmt die Schuld allein auf sich: „Ich wollte ihn töten, dass er für immer aus meinem Leben verschwindet. Aber das war mit keinem abgesprochen.“

Er sei auf Freigang gewesen: „Ich hatte keine Ahnung, dass ich ihm begegne. Der Entschluss kam spontan, um die unerträgliche Situation für die Familie zu beenden.“

DIE VORGESCHICHTE. Auslöser der Familien-Feindschaft sei ein Kinobesuch 2005 gewesen. Einer habe sich an Hamid Hr. vorbeigedrängt und sei dafür geohrfeigt worden.

„Schlichtungsversuche änderten nichts: Er blieb feindselig, aggressiv, provozierte.“

Die Polizei habe man lange rausgehalten. Am 26. Oktober 2018 eskalierte der Streit im „Café 63“ an der Prinzenallee (Wedding). Aus Versehen erschoss dabei einer der Söhne von Clan-Chef Ismet seine eigene Schwester (23). Vater Ismet und Sohn Amir bekamen 2019 jeweils 3 Jahre Haft für gefährliche Körperverletzung aufgebrummt.

Sohn Samir wurde für die fahrlässige Tötung seiner Schwester verurteilt (3 Jahre und 10 Monate Haft). 20 000 Euro Schmerzensgeld sollen außerdem als Täter-Opfer-Ausgleich geflossen sein.

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