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Mutmaßliche Remmo-Strohfrau vor Gericht | Dachgeschoss-Wohnungen mit illegalem Clan-Geld gekauft?

Mutmaßliche Remmo-Strohfrau vor Gericht  | Dachgeschoss-Wohnungen mit illegalem Clan-Geld gekauft?

Das Dachgeschoss in diesem Haus in Berlin-Friedenau wurde inzwischen verkauft

Foto: Timo Beurich Teilen Twittern Senden Von: Anne Losensky 07.10.2022 — 15:49 Uhr

Berlin – Straftaten verüben, Millionen erbeuten und damit von Vertrauensleuten Immobilien kaufen lassen. So wird schmutziges Geld sauber angelegt. Nennt sich Geldwäsche, ist aber schwer zu beweisen. Lesen Sie mal, wie die Staatsmacht solche Immobilien dem kriminellen Remmo-Clan trotzdem wegnehmen will …

DER REMMO-CLAN. Arabischstämmig. 1000 Leute, verschiedene Schreibweisen. Es gibt die Anständigen. Es gibt die Schwerkriminellen (u. a. Goldmünzenklau Bode-Museum, Brillantenklau Grünes Gewölbe Dresden). 2018 wurden 77 Immobilien beschlagnahmt, neun Millionen Euro wert. Mit Geldern aus Straftaten erworben, heißt es.

WAS IST EIN STROHMANN? Laut Duden „jemand, der von einem andern vorgeschickt wird, um in dessen Auftrag und Interesse ein Geschäft zu machen, einen Vertrag abzuschließen“. Kann auch eine Frau sein.

Mutmaßliche Remmo-Strohfrau vor Gericht  | Dachgeschoss-Wohnungen mit illegalem Clan-Geld gekauft?

Ilkker K. (47) kaufte unter anderem ein Grundstück für 335 000 Euro, sie selbst wohnt vergleichsweise bescheiden

Foto: .

EINE STROHFRAU? Ilkker K. (47), Zahnarzthelferin aus Schöneberg. Deutsche, verheiratet. Freundschaftlich verbunden mit dem Remmo-Clan, heißt es. Am 17. März 2016 kaufte die brave Arzthelferin für 335 000 Euro ein Grundstück an der Provinzstraße (Reinickendorf). Am 25. Januar 2017 für 63 000 Euro zwei Dachgeschossräume am Friedrich-Wilhelm-Platz (Friedenau). Am 13. März 2018 verkaufte sie diese weiter für 80 000 Euro.

Mutmaßliche Remmo-Strohfrau vor Gericht  | Dachgeschoss-Wohnungen mit illegalem Clan-Geld gekauft?

Diese Immobilie im Berliner Bezirk Reinickendorf wurde 2016 von der Zahnarzthelferiner worben

Foto: Timo Beurich

DER PROZESS. Seit Donnerstag verhandelt das Landgericht ein „Selbstständiges Einziehungsverfahren“ (Az. 502 KLs 27/21). Die Arzthelferin ist „Betroffene“ (nicht Angeklagte), muss nicht persönlich erscheinen. 16 Prozesstage, Urteil am 5. Januar 2023. Ziel ist die Einziehung des Grundstücks in Reinickendorf und des Geldes für die verkauften Räume in Friedenau. Ein Verfahren zum Geldwäscheverdacht gegen sie wurde am 1. Oktober 2020 eingestellt (§ 170 Abs. 2 StPO), dafür dieses neue Verfahren eingeleitet (§ 76a Abs. 4 StGB). „Da es sich um inkriminierte Vermögenswerte handelt“, so die Antragsschrift der Staatsanwaltschaft.

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