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Regionalliga-Fußballer Nader El-Jindaoui ist ein Youtube-Star : „Niemand kennt das Gefühl, auf einmal berühmt zu sein“

Nader El-Jindaoui spricht über sein Leben als Fußballer beim Berliner AK und wie es ist, wenn ihn Leute als bekannten Youtuber auf der Straße erkennen.

Regionalliga-Fußballer Nader El-Jindaoui ist ein Youtube-Star : „Niemand kennt das Gefühl, auf einmal berühmt zu sein“

Nader El-Jindaoui, 24, ist nicht nur für seine fußballerischen Qualitäten bekannt, sondern auch auf Instagram und seinem…Foto: Mehmet Dedeoglu/dedepress

Herr El-Jindaoui, worin sehen Sie den Grund dafür, dass es beim Berliner AK für Sie derzeit so gut läuft?
Der Trainer gibt mir meinen Freiraum, die Mannschaft unterstützt mein Spiel und so kann ich dem Team mit meiner Qualität etwas zurückgeben.

Welches Ziel hat sich die Mannschaft nach dem guten Start für diese Saison gesetzt?
Wir wollen einfach immer die drei Punkte holen. Als Ziel hatten wir nicht definiert aufzusteigen. Jetzt sieht man, dass das drin ist, aber wir denken weiter nur von Spiel zu Spiel. Aber wenn wir am Ende ganz oben stehen, würden wir zum Aufstieg natürlich nicht Nein sagen.

Ihr Traum war es immer, Profi zu werden. Haben Sie immer noch den Wunsch, es noch einmal in einer höheren Liga zu versuchen?
Auf jeden Fall, aber nicht irgendwo. Ich würde Berlin nicht verlassen, nur um in der Dritten Liga spielen zu können.

Also sind Sie froh, nach Stationen in Fürth und Düsseldorf wieder in Ihrer Heimatstadt zu spielen? Sie sind schließlich im Wedding aufgewachsen.
Ich bin zwar ein Mensch, der überall klarkommt, aber ich habe diese Wechsel nur für den Fußball gemacht. Ich denke, dass ich mich gut anpassen kann und schnell Freunde finde, weil ich ein offener Mensch bin. Insgesamt habe ich viele schöne Erfahrungen gemacht, aber letztendlich fühle ich mich hier am wohlsten, wo ich geboren und aufgewachsen bin.

Sie erwarten mit Ihrer Frau derzeit ein Kind, sind auch außerhalb des Sports in den sozialen Netzwerken erfolgreich. Wie verändert sich da der Blick auf den Fußball?
Ich habe nun weniger Druck, weil ich finanziell nicht mehr abhängig bin vom Fußball. Ich spiele einfach mit Leidenschaft. Das ist wohl auch ein Grund, warum ich momentan so frei aufspiele. Ich muss für Geld nirgendwo mehr hinwechseln, wo ich mich nicht wohlfühle und habe einfach Bock auf Fußball. Das ist eine Herzenssache, mit der ich auch nicht aufhören würde, nur weil ich jetzt auch mit anderen Dingen Geld verdiene.

Wie sind Sie zu Ihrer Social-Media-Tätigkeit gekommen?
Meine Frau und ich haben einfach angefangen, unser Leben zu teilen. Dann wollte unsere damals noch kleine Community wissen, wie wir uns kennengelernt haben. So haben wir angefangen, Youtube-Videos zu drehen. So hat sich das dann langsam entwickelt, und bis heute haben wir viel Spaß daran.

War schon früh absehbar oder sogar geplant, dass daraus so eine große Sache wird?
Egal, was ich versuche, es ist wie beim Fußball: Ich will immer und überall der Beste sein. Deshalb wollte ich auch auf Social Media mein Bestes geben und alles herausholen. Mir war aber immer wichtig, dass wir ehrlich sind und uns nicht verstellen wie viele andere Leute im Internet. Wir haben einfach immer darauf geachtet, echt zu bleiben und nur wir selbst zu sein.

Was bedeutet Ihnen Ihre heutige Reichweite und wofür möchten Sie diese nutzen?
Das ist eine große Verantwortung. Ich versuche, ein gutes Vorbild für die Menschen zu sein. Ich habe immer im Hinterkopf, dass mir viele Leute zugucken und ich ihnen eine Message mitgeben kann. Das mache ich sehr gerne. Denn auch wenn es manchmal zugegebenermaßen schwer ist, ist es ein schönes Gefühl, eine so große Verantwortung zu haben.

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Sehen Sie ihre Aktivität in den sozialen Netzwerken als berufliches Standbein oder immer noch als Hobby?
Ich fühle mich ehrlich gesagt immer noch als Fußballer. Als jemand, der mit seiner Community sein Leben teilt. Die Videos zeigen nämlich nur mein ganz normales Leben. Die Arbeit ist dann eher, die Videos zu schneiden und zu bearbeiten. Aber das gehört halt dazu. Mittlerweile hat fast jeder junge Mensch ein Social-Media-Profil, im Endeffekt mache ich das nur etwas intensiver.

In manchen Ecken Berlins, zum Teil sogar darüber hinaus, können Sie daher gar nicht mehr unerkannt unterwegs sein. Wie gehen Sie damit um?
Zunächst war es wirklich eine Überraschung, denn niemand kennt das Gefühl, auf einmal berühmt zu sein. Du siehst, dass die Leute immer häufiger Fotos mit dir wollen. Aber irgendwann wurde es normal für mich. Meine Community und die ganzen Menschen, die mich auf der Straße ansprechen, das ist für mich einfach Familie geworden. Viele Kinder kommen und umarmen mich, als würden sie mich schon jahrelang persönlich kennen. Das ist einfach ein tolles Gefühl. Stressig wird es nur, wenn die Menschen plötzlich vor deiner Haustür stehen. Aber es gibt Schlimmeres. Ich habe es mir ja selbst ausgesucht.

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