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Schulplatzmangel in Berlin : Hunderte geflüchtete Kinder auf Wartelisten

In Berlin fehlen Hunderte Schulplätze. Das betrifft insbesondere auch schulpflichtige Geflüchtete, etwa Kinder aus der Ukraine. 

Schulplatzmangel in Berlin : Hunderte geflüchtete Kinder auf Wartelisten

Am Samstag wurden in Berlin auch unzählige geflüchtete Kinder eingeschult. Für viele weitere gibt es allerdings noch keinen Platz.Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Schulplatzmangel in Berlin führt zu Wartelisten von schulpflichtigen Geflüchteten. In ganz Berlin dürfte es sich inzwischen um eine vierstellige Zahl handeln. Genauere Angaben konnte die Senatsverwaltung für Bildung mit Hinweis auf die gerade erst beendeten Ferien nicht machen. Ein Sprecher wies aber darauf hin, dass gerade erst 50 neue Willkommensklassen eröffnet worden seien. Es gebe also Bewegung.

Bekannt wurde der Missstand durch Nachfragen von Bezirksverordneten aus Pankow. So hatte die grüne Verordnete Katharina Koufen von Bildungsstadträtin Dominique Krössin (Linke) die Auskunft bekommen, dass allein in Pankow 330 geflüchtete Kinder (T+) zum Ferienende noch keinen Schulplatz hatten, darunter 193 Kinder im Grundschulalter.

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Unter den Kindern ohne Schulplatz waren zu diesem Zeitpunkt 180 Kinder aus der Ukraine, 50 aus Moldawien und 100 aus 25 weiteren Nationen, heißt es in Krössins Antwort, die dem Tagesspiegel vorliegt. Diese Kinder würden „von Anfang an in ihren Bildungschancen benachteiligt“, kritisiert Koufen.

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Eine Warteliste von knapp 300 Kindern gibt es auch in Marzahn-Hellersdorf, sagte Bildungsstadtrat Torsten Kühne (CDU) auf Anfrage. Für Neukölln sprach Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) von einer Warteliste „im unteren dreistelligen Bereich. Hingegen warteten in Friedrichshain-Kreuzberg laut Bildungsstadtrat Andy Hehmke (SPD) nur rund 20 auf einen Schulplatz.

Bildungsstadtrat Kühne wies darauf hin, dass die Bezirke nicht nur auf den Zuzug aus der Ukraine reagieren müssten. Vielmehr gebe es auf Bundes- und Länderebene etliche Aufnahmeprogramme – etwa für Geflüchtete aus Syrien oder Afghanistan – , die dazu führten, dass ständig weitere Willkommensklassen untergebracht werden müssten. Auch die Plätze in Familien- oder Stadtteilzentren reichten nicht mehr. Als Nächstes müssten wohl Bürogebäude angemietet werden. 

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