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Tödlicher Unfall in der Invalidenstraße : Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe für SUV-Fahrer

Vier Menschen starben bei einem schweren Unfall 2019 in Berlin. Die Staatsanwaltschaft fordert anderthalb Jahre auf Bewährung für den angeklagten Fahrer.

Tödlicher Unfall in der Invalidenstraße : Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe für SUV-Fahrer

Vier Menschen starben bei dem schweren Verkehrsunfall im September 2019, darunter ein dreijähriger Junge.Foto: Paul Zinken/dpa

Nach dem Tod von vier Fußgängern bei dem Unfall in der Invalidenstraße 2019 hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung gefordert.

Der angeklagte Unternehmer sei der fahrlässigen Tötung in vier Fällen sowie der Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig zu sprechen, sagte Oberstaatsanwalt Dirk Klöpperpieper am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht.

Der Mann habe wegen einer strukturellen Epilepsie und einer Gehirnoperation nur einen Monat vor dem Unfall nicht am Steuer des schweren Wagens sitzen dürfen. Mit einem Urteil wird am 17. Februar gerechnet.

Der SUV des inzwischen 45-jährigen Michael M. war bei dem Unfall am 6. September 2019 von der der Invalidenstraßen in Mitte über die Gegenfahrbahn hinweg abgekommen. Das Auto hatte eine Ampel gerammt, sich mehrfach überschlagen und dabei Fußgänger auf dem Gehweg erfasst. Vier Menschen starben — darunter ein dreijähriger Junge.

Der Angeklagte habe wegen eines epileptischen Anfalls verkrampft und das Gaspedal des sehr schnellen Wagens voll durchgetreten, sagte Klöpperpieper in seinem Plädoyer. Der Beschuldigte „hätte auf gar keinen Fall fahren dürfen“, betonte der Oberstaatsanwalt. „Bei der Vorgeschichte hätte er sich informieren müssen, ob er fahrtauglich ist.“

Zwar seien die ärztlichen Risikobelehrungen unzureichend und zum Teil nicht eindeutig gewesen. Doch ein Verkehrsteilnehmer müsse sich eigenverantwortlich über seine Fahrtauglichkeit informieren.

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Der deutsche Angeklagte hatte zu Prozessbeginn erklärt, er habe im Mai 2019 erstmals einen epileptischen Anfall gehabt. Mit einer Operation und mit einer Medikation habe er danach alles getan, um einen zweiten Anfall auszuschließen.

Die Verteidigung hatte zuletzt Zweifel an Angaben eines Arztes geäußert. Der Mediziner habe die Patientenakte des 45-Jährigen nach dem Unfall hinsichtlich einer angeblichen Risiko- und Sicherheitsaufklärung ergänzt und auch manipuliert, erklärte ein Anwalt. (dpa,Tsp)

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