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Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Feuer bei Treuenbrietzen fast gelöscht – Menschen kehren zurück + Evakuierung in Beelitz und Treuenbrietzen endet + Kein Unterricht an Schulen + Der Newsblog.

Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Michael Stübgen (CDU), Brandenburgs Innenminister (rechts), steht zusammen mit Jan Redmann, CDU-Fraktionsvorsitzender (links), und…Foto: dpa/Annette Riedl

Zwei große Waldbrände erschüttern den Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark: Ein Brand bei Treuenbrietzen war bereits am Freitag ausgebrochen, am Sonntag standen dort rund 200 Hektar in Flammen. Ein weiterer Großbrand kam bei Beelitz-Heilstätten hinzu. Die aktuelle Lage im Newsblog.

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Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger OrtschaftenRettender Regen hat schließlich für die entscheidende Wende beim Kampf gegen die Waldbrände in Brandenburg gesorgt: Starke Niederschläge haben die Flammen auf Hunderten Hektar in Waldgebieten bei Beelitz und Treuenbrietzen südwestlich von Berlin am Montag eingedämmt. „Es besteht jetzt für die Ortschaften wirklich keine Gefahr mehr“, sagte die Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Andrea Metzler, am Vormittag.

Mehr als 600 Menschen konnten in drei Ortsteilen von Treuenbrietzen zurück in ihre vorsorglich geräumten Häuser. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Auch in Beelitz konnten die Anwohner von drei vorsorglich evakuierten Straßenzügen nach Hause. Doch waren weiter Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz. Denn Wind könnte die tiefsitzenden Glutnester in den Wäldern wieder anfachen.
Die Lage sei hochdramatisch gewesen, sagte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Montag bei einem Besuch im Brandgebiet. Eine Feuerwalze sei erst 200 Meter vor den ersten Wohnhäusern von Beelitz gestoppt worden. Am Montag waren bei Treuenbrietzen noch 469 Einsatzkräfte vor Ort, wie Martin Griebel vom örtlichen Krisenzentrum sagte. In Beelitz seien es in der Nacht 330 gewesen. In der Spitze waren am Wochenende über 1400 Kräfte im Einsatz. Innenminister Stübgen lobte die rasche Hilfe der Bundeswehr am Wochenende mit fünf Löschhubschraubern.

Viele Menschen in Treuenbrietzen hatten ihre Häuser nun schon zum zweiten Mal verlassen müssen — nach einem ebenfalls großen Waldbrand auf 400 Hektar im Jahr 2018
Dazu zählte auch Anita Laatz, eine Anwohnerin von Frohnsdorf. Sie sagte bei ihrer Rückkehr am Montag, man wisse bei einer solchen Evakuierung nicht, wie es aussehe, wenn man zurückkomme: „Man hat nachts nicht geschlafen, man ist einfach unruhig.“ Mit Blick auf ihren Koffer sagte sie: „Jetzt pack ich ihn wieder aus, oder lass ich ihn? Es soll ja wieder warm werden.“

Ein anderer Anwohner kam mit seinem Wohnwagen zurück zu seinem Haus. In dem Wohnwagen habe er übernachten und dann bei einem Freund duschen und frühstücken können, berichtete er gelassen. „So hat das gut funktioniert.“ (dpa)

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Bundespräsident Steinmeier dankt Einsatzkräften 

Dank an die Kräfte, die bei der Bekämpfung der Waldbrände im Einsatz waren, kam von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Ich danke allen Feuerwehrleuten und allen anderen Helferinnen und Helfern für ihren großen Einsatz, um die Waldbrände in Brandenburg zu begrenzen und zu löschen“, zitierte seine Sprecherin. (dpa)

Waldbrand trifft auch Wald-Forschungsprojekt

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen hat auch das Waldforschungsprojekt „Pyrophob“ getroffen. „Möglicherweise ist die Hälfte unserer Forschungsflächen von dem Feuer betroffen. Wir gehen aber davon aus, dass diese Flächen auch weiter erforscht werden“, sagte der Projektleiter Pierre Ibisch am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es auch weiterhin herauszufinden, wie sich Wälder nach Bränden entwickeln. „Jetzt haben wir auf tragische Weise gelernt, dass es große Rückschläge geben kann“, so der Professor von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Das Feuer habe auch Messgeräte zerstört.
Das große Problem sei, dass Brandenburgs Wälder zu 70 Prozent aus hochentzündlichen Kiefernforsten bestehen. „Wir leben in Brandenburg auf einem Pulverfass“, so Ibisch. Die Situation sei dramatisch und man brauche eine deutlich effektivere Förderung der Waldentwicklung.
Ob die Temperaturen am Tag des Brandausbruchs für eine Selbstentzündung von in den Böden lagernder Munition ausreichend gewesen seien, sei fraglich. Es bestehe auch die Möglichkeit einer eventuell fahrlässigen Brandstiftung, so der Wissenschaftler. Das Projekt „Pyrophob“ selbst habe größere Mengen Munition geborgen. Manche Flächen seien jedoch zu stark belastet. „Auf diesen geriet das Feuer außer Kontrolle“, so Ibisch.
Das Forschungsprojekt „Pyrophob“ mit acht Partnern wurde nach großflächigen Bränden im Süden Brandenburgs in den vergangenen Jahren ins Leben gerufen. Erprobt werden unterschiedliche Methoden: Auf einigen Flächen wurden die verbrannten Bäume entfernt, der Boden gepflügt und junge Bäume gepflanzt. Auf anderen wurden Baumsamen verstreut. Manche Flächen wurden sich selbst überlassen und regenerieren sich unbeeinflusst von menschlichen Eingriffen.
Das Untersuchungsgebiet im Süden Brandenburgs besteht aus zwei großen Flächen — Kiefernforsten östlich von Treuenbrietzen und nördlich von Jüterbog. Insgesamt haben sie eine Größe von etwa 65 Hektar. 2018 hatte es in Treuenbrietzen auf einer Fläche von etwa 400 Hektar gebrannt. (dpa)

Feuerwehrleute aus Sachsen-Anhalt löschen in Brandenburg  

Feuerwehrleute aus Sachsen-Anhalt haben in Brandenburg beim Löschen brennender Wälder geholfen. Nach einem Hilferuf aus Beelitz am Sonntagnachmittag hätten insgesamt 71 Kamerad:innen verschiedener Ortsfeuerwehren samt Fahrzeugen bei der Brandbekämpfung geholfen, teilte der Salzlandkreis am Montag mit.

Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch erklärte: „Das Feuer gefährdete eine Bungalowsiedlung, mehrere Wohnhäuser, eine Tankstelle und eine Bahnlinie. Unsere Kameradinnen und Kameraden haben unter erheblichen Einsatz die Bereiche erfolgreich verteidigt.“ Man habe mit Kamerad:innen aus dem Landkreis Oder-Spree zusammen gearbeitet. Der Einsatz habe die ganze Nacht gedauert. (dpa)

Experte beklagt Mangel an Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden

Der Deutsche Feuerwehrverband hat einen Mangel an geeigneter Ausrüstung zur Bekämpfung großer Feuer beklagt. Dies gelte sowohl für den Bedarf an geländegängigen Fahrzeugen und Hubschraubern als auch für entsprechende Schutzausrüstung, sagte der Waldbrandexperte Ulrich Cimolino einer Mitteilung zufolge am Montag am Rande der Messe Interschutz in Hannover.

Die Feuer in Brandenburg und anderen Regionen seien ein deutlicher Hinweis auf die brisante Entwicklung bei Waldbränden, sagte der Fachmann. „Wie sich jetzt zeigt, können sich Vegetationsbrände schnell zu dynamischen Großschadenslagen entwickeln, wenn die Trockenheit groß und die Widerstandsfähigkeit der Vegetation durch diese und andere Schäden gering ist.“ Cimolino ist auch Experte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes.
Zudem verwies Cimolino auf eine Prognose des Deutschen Wetterdienstes, wonach bis 2028 regional eine bis zu einem Grad höhere Durchschnittstemperatur als bisher erwartet werde. „Dies klingt recht wenig, erhöht aber die Brisanz der Vegetationsbrandlage sehr deutlich.“ Es sei unmöglich ist, dass sich die Vegetation oder der Wald bis dahin voll darauf einstellen könne, sagte er. (dpa)

Woidke ruft Bund zur Hilfe bei Munitionsbeseitigung auf

Angesichts der Waldbrände in Brandenburg ruft Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Bund zu Hilfe bei militärischen Altlasten auf. „Unser Hauptproblem war die militärische Belastung der Flächen, auf denen diese Brände ausgebrochen sind“, sagte Woidke am Montag in Schönefeld. Feuerwehrleute hätten sie teilweise nicht betreten können. „Wir müssen an dieses Hauptproblem ran“, sagte Woidke.
„Wir haben irgendwo zwischen 150 und 200 Hektar rund um Berlin Wälder, die militärisch hoch belastet sind“, sagte Woidke. Er sprach von „Brandbomben“ für Waldbrände. „Es ist Munition aus 150 Jahren deutscher Geschichte, die da zu finden ist.“ Die Bundesregierung müsse dringend tätig werden, Brandenburg könne die Aufgabe nur gemeinsam mit dem Bund lösen. (dpa)

Bundespolizei war am Wochenende rund 80-mal mit Löschhubschraubern im Einsatz

Bei der Waldbrandbekämpfung hat die Bundespolizei dem Land Brandenburg bereits mehrere Hubschrauber zur Verfügung gestellt. Die Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter, einem sogenannten Bambi Bucket, flogen am vergangenen Wochenende insgesamt 78-mal und löschten mit etwa 44.400 Litern Wasser an beiden Tagen, wie die Bundespolizei am Montag in Potsdam mitteilte. Aufgrund der akuten Gefährdung der Bevölkerung hatte das Land Brandenburg am vergangenen Freitag ein Amtshilfeersuchen an die Bundespolizei gestellt. „Durch die teilweise hohe Munitionsbelastung des Einsatzraumes war das Löschen mittels Hubschrauber in vielen Bereichen die einzige Option“, hieß es.

Bundeswehr stellt weitere Hubschrauber für Waldbrandbekämpfung

Für eine weitere Bekämpfung der Waldbrände bei Treuenbrietzen und Beelitz in Brandenburg stellt die Bundeswehr zusätzliche Hubschrauber. Neben den bereits eingesetzten drei CH-53 seien auch fünf NH-90 des Heeres für Löscheinsätze bereit, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag. Sie könnten abgerufen werden, wenn dies nötig werden sollte. Am Montag machte sich auch Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ein Bild von der Lage. Nach Regenfällen hatte sich die Lage bei den Waldbränden zunächst deutlich entspannt. (dpa)

Brandenburgs Polizei setzt Infrarot-Hubschrauber ein

Adebar, ein Hubschrauber der Landespolizei mit Infrarottechnik, soll beide Brandgebiete überfliegen, um die Lage besser einschätzen zu können. Danach wird entschieden, ob trotz des Regens weitere Löscharbeiten aus der Luft nötig sind. (Marion Kaufmann)

Helfer versorgen Einsatzkräfte mit Essen und Getränken

Bei der Einsatzleitzentrale der Feuerwehr in Treuenbrietzen kümmern sich Helfer um die Verpflegung der Einsatzkräfte im Waldbrandgebiet. Fahrzeuge werden mit Essen und Getränken bepackt. 

Steve Langner von den Johannitern war am Sonntag mit der Motorradstaffel im Gebiet. Für ihn ist der Brand eine bekannte Situation: Vor vier Jahren war er auch beim Brand in Treuenbrietzen im Einsatz. „Das ist wie eine Wiederholung.“
Für Johanniter-Einsatzleiter Florian Paschel ist die Lage am Montag deutlich besser. „Gestern war es sehr unübersichtlich.“ Er lobte die Hilfsbereitschaft von vielen Anwohnern. „Einige brachten Pappteller und Becher.“ Ein Getränkehändler sei in einer halben Stunde mit ausreichend Getränken bei der Leitzentrale gewesen. Der Edeka in Treuenbrietzen habe am Sonntag nochmals in den Abendstunden geöffnet, damit die Helfer Verpflegung nachkaufen konnten. (Anna Bückmann)

Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Steve Langner   Bild: Credit: Anna Bückmann

Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Florian Paschel   Bild: Credit: Anna Bückmann

«70 Prozent Nadelwald in Brandenburg ist ein riesiges Risiko»

Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde erklärt im Checkpoint-Podcast «Berliner & Pfannkuchen», warum Brandenburg so waldbrandgefährdet ist: «In Brandenburg spielt vor allem die Kiefer eine große Rolle bei der Waldbrandgefährdung.» Die Kiefer habe einen sehr hohen Totholzanteil auf dem Boden, der austrocknen kann, sagte Sanders. Die Nadeln verrotten sehr langsam und seien sehr leicht entflammbar. «Mit 70 Prozent Fläche von Nadelwald in Brandenburg ist das natürlich ein riesiges Risiko.» In den Statistiken sehe man, dass über 70 Prozent der verbrannten Flächen aus Nadelwald bestanden.
Mischwälder sind widerstandsfähiger als Monokulturen. Deshalb strebt der Landesbetrieb Forst Brandenburg einen Waldumbau an: durch eine größere Baumvielfalt kann der umgebaute Wald Stürme, Feuer und Frost überstehen. Weil Laubbäume mehr Schatten werfen, bleibt der Waldboden länger feucht und die Waldtemperatur ist im Sommer niedriger. 

„Das ist kräftezehrend“

Sven Leetz, Gruppenführer bei der Feuerwehr Treuenbrietzen, war die letzten Tage und heute früh im Dauereinsatz. Es ist sein erster Einsatz bei einem Waldbrand. „Das ist nicht kontrollierbar. Ständig drehen die Winde, überall sind Glutnester. Das ist kräftezehrend.“ Das Schwierige sei, dass viele Wege im Wald nicht freigeräumt seien. Teilweise müssten die Einsatzkräfte auch erst noch die Wege freischneiden, um mit den großen Fahrzeugen durchfahren zu können. „So was kostet viel Zeit.“ „Man kann ja nicht nur einfach reinfahren, man muss ja auch immer gucken, dass man da auch wieder rauskommt. Sonst brennen einem die Fahrzeuge ab.“ (Anna Bückmann)

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Sven Leetz, Feuerwehr Treuenbrietzen   Bild: Credit: Anna Bückmann

Lagebesprechung in Beelitz

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht wird von Mittelmark-Landrat Marko Köhler (beide SPD) und dem Chef des Landeskommando Brandenburg, Olaf Detlefsen, vor dem Feuerwehrtechnischen Zentrum in Beelitz in Empfang genommen. Die Ministerin ist zu einer nichtöffentlichen Lagebesprechung gekommen. (Marion Kaufmann)

Waldbrände in Brandenburg : Landkreis gibt Entwarnung – „wirklich keine Gefahr mehr“ für Brandenburger Ortschaften

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Landrat Mark Köhler (M) in Beelitz.   Bild: Marion Kaufmann

«Ohne die Feuerwehr und den Regen wäre es zur Katastrophe gekommen»

Der Waldbrand, so scheinen es viele Beelitzer zu empfinden, betrifft sie alle. Jeder scheint jemanden zu kennen, der ganz nah an dem betroffenen Waldstück wohnt oder bei den Löscharbeiten geholfen hat. Martina Seemann aus einem Beelitzer Ortsteil hielt den Tag und Abend über Kontakt zu Freunden, deren Haus am Wald steht. Sie ist den Einsatzkräften von Feuerwehr und THW dankbar. «Ein Glück haben so viele von ihnen zusammengearbeitet», sagt die ältere Dame. Ihr Mann ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, morgens um 5 Uhr kam er vom Einsatz zurück. «Klar macht man sich Sorgen. Aber ohne sie und den Regen wäre es jetzt zur Katastrophe gekommen.» (Sandra Calvez)

Waldbrand bei Treuenbrietzen fast gelöscht  Menschen kehren zurück

Nach Regenfällen hat sich die Lage auch beim Waldbrand bei Treuenbrietzen in Brandenburg deutlich entspannt. Die Brände im Umkreis waren am Montagvormittag bis auf wenige Glutnester gelöscht, und die Evakuierungen wurden aufgehoben, wie Jan Penkawa sagte, der Sprecher des örtlichen Lagezentrums. 620 Menschen konnten zurück in ihre Häuser in den Stadtteilen Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunn. Sieben Anwohner hätten in der Notunterkunft in der Stadthalle übernachtet, die übrigen seien privat untergekommen.
„Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern trotz der Umstände für ihr äußerst kooperatives und diszipliniertes Verhalten“, schrieb die Stadt auf ihrer Internetseite. „Bitte kehren Sie genau so umsichtig in Ihre Häuser zurück.“
Ein Waldbrand in einem Kiefernwald bei Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark hatte sich am Wochenende bei wechselnden Winden stark ausgebreitet. Hunderte Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten führten einen dramatischen Kampf gegen die Flammen. Weil sich starker Rauch entwickelte, wurden die drei Stadtteile vorsorglich geräumt. Das Löschen im Brandgebiet ist besonders schwierig, weil im Boden eines ehemaligen Spreng- und Übungsplatzes Munition und Kampfmittel liegen. (dpa)

«Daran werden wir uns gewöhnen müssen»

Für einen älteren Beelitzer ist klar, dass Waldbrände keine Ausnahme, sondern Alltag werden. «Daran werden wir uns gewöhnen müssen und entsprechend vorsorgen.» Der Klimawandel mache das unvermeidlich. Er kam erst gestern aus dem Urlaub zurück, sah die Rauchwolke schon von der Autobahn aus. Zu Hause war der Garten voll dichtem Qualm. Sein eigenes Haus war nicht in Gefahr, aber sein Sohn wohnt nah am Wald, in einer Straße, die sich gestern auf die Evakuierung vorbereiten sollte. Zwar kam es nicht so weit, aber er habe alles zusammengepackt. «Der Regen hat uns gerettet», sagt der Mann. (Sandra Calvez)

Stübgen und Lambrecht in Beelitz

Sowohl Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) als auch Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) informierten sich derzeit am Einsatzort in Beelitz über die Lage, hieß es vom Landkreis am späten Vormittag. (Marion Kaufmann)

«Mein Mann rückt jedes Jahr zu Waldbränden aus»

Für die Beelitzerin Nicole Prüter war der Waldbrand mit doppelter Sorge verbunden. Ihr Haus liegt direkt am Rand des Waldes – zwar im Beelitzer Ortsteil Elsholz, aber trotzdem war sie unruhig. In der einen Richtung sah sie die Rauchwolke über Treuenbrietzen, in der anderen die Schwaden über Beelitz. «Wir konnten nicht stillsitzen. Mein Sohn hat Fässer mit Wasser gefüllt für den Notfall», sagt sie auf einem Supermarktparkplatz. 
Zudem ist ihr Mann Feuerwehrmann und war den ganzen Sonntag und die ganze Nacht im Einsatz. Erst heute morgen kam er erschöpft nach Hause. «Im Einsatz kann er natürlich keine Nachrichten schreiben, da hofft man schon, dass alles glatt geht», sagt Prüter. Gehören Waldbrände künftig zur Normalität? «Das tun sie doch jetzt schon. Jedes Jahr rückt mein Mann aus. Wenn es so trocken ist, reicht eine Kippe im Wald und es brennt.» (Sandra Calvez)

Evakuierung in Treuenbrietzen aufgehoben

Auch in Treuenbrietzen ist die Evakuierung aufgehoben worden. Das teilte das Brandenburger Innenministerium am Montagvormittag auf Twitter mit. Die Menschen könnten nun nach Hause zurückkehren. Auch in Beelitz war die am Sonntag angeordnete Evakuierung am Morgen aufgehoben worden. Weitere Beiträge

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