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Wegen Angriffskrieg gegen Ukraine : Netflix stoppt russische Original-Produktionen

Der Streamingdienst hat die Produktion von zwei russischen Originals unterbrochen. Der Streamingdienst wird jedoch weiter in Russland angeboten.

Wegen Angriffskrieg gegen Ukraine : Netflix stoppt russische Original-Produktionen

Netflix hat die Produktion des russischen Originals «Nothing Special» mit Schauspieler Yuriy Borisov wegen des Angriffskrieges…Foto: Netflix

Der Streamingdienst Netflix hat als Reaktion auf den von Wladimir Putin angeordneten Angriff auf die Ukraine seine Produktionen in Russland gestoppt. Dies teilte eine Sprecherin von Netflix Deutschland dem Tagesspiegel mit. Derzeit läuft in Russland die Produktion von zwei Netflix-Originals, an denen nun nicht weitergearbeitet wird. Der Dienst selbst wird jedoch weiter angeboten.

Netflix ist der größte internationale Video-on-Demand-Anbieter auf Abo-Basis in Russland. Die Abonnentenzahl liegt im sechsstelligen Bereich. Das für den russischen Markt angepasste Angebot wird von Netflix seit gut einem Jahr angeboten. Über eine eigene Repräsentanz in Russland verfügt der Anbieter nicht.

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Zur Zeit arbeitet Netflix an zwei russischen Netflix-Originals. Daei handelt es sich um eine Adaption des Romans „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi und die Dramaserie „Nothing Special“. Ein junger Schauspieler, dargestellt von Yuriy Borisov, will darin mit Menschen mit Behinderung ein Theaterstück aufführen. Darüber hatte der Mediendienst „Serienjunkies“ im Dezember 2021 berichtet.

Nach einer Auflage der russischen Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor sollte Netflix seit Anfang März 20 russische Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungskanäle in sein Angebot aufnehmen. Dies lehnte der Dienst jedoch „angesichts der derzeitigen Situation“ ab.

Amazon verweist auf Spende an Ukraine

Der Netflix-Konkurrent Amazon Prime sieht derzeit keine Möglichkeit, sein Video-Angebot in Russland zu stoppen. Prime Video verfüge in Russland über kein angepasstes Angebot, sondern sei nur über die allgemein geltende Dotcom-Internetseite zu erreichen, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. Dadurch ergebe sich eine andere Situation als bei den Wettbewerbern.

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Die Sprecherin verwies zudem auf eine Spende von Amazon an Hilfseinrichtungen in der Ukraine. Nach eigenen Angaben unterstützt Amazon Organisationen, die vor Ort wichtige Hilfe leisten, darunter UNICEF, UNHCR, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP), Rotes Kreuz, Polska Akcja Humanitarna und Save the Children, mit fünf Millionen US-Dollar.

Am Dienstag hatten mehrere große Hollywood-Studios angekündigt, wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ihre neuen Filme vorerst nicht in russischen Kinos zu zeigen. Sony und WarnerMedia hatten sich dem Boykott von Disney angeschlossen. Betroffen davon sind unter anderem der Disney-Animationsfilm „Rot“ und der neue Warner-Blockbuster „The Batman“.

Am Mittwoch hatten die BBC und andere britische Produzenten von TV-Inhalten den Verkauf von Lizenzen an russische Sender gestoppt. Die BBC bat ihre russischen Kunden zudem, bereits gekaufte Episoden etwa von Fernsehserien oder Unterhaltungsshows nicht mehr auszustrahlen.

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