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„Wir wollen mehr verbieten“ : Berlin bereitet weitreichende Schließungen und Regelverschärfungen vor

Sondersitzung noch diese Woche: Weihnachtsmärkte nur nach 2G, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, Schließungen von Clubs und Restaurants + Der Corona-Blog.

„Wir wollen mehr verbieten“ : Berlin bereitet weitreichende Schließungen und Regelverschärfungen vor

Dringt auf bundeseinheitliche Regelungen: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).Foto: picture alliance/dpa

Der Berliner Senat bereitet eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln vor — und möchte große Teile des öffentlichen Lebens herunterfahren. «Wir wollen mehr verbieten», sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). «Dringenden Handlungsbedarf» gebe es unter anderem bei Weihnachtsmärkten, den Clubs und Großveranstaltungen. (Mehr dazu unten im Newsblog).

Weitere Corona-Nachrichten:

  • Die aktuellen Zahlen aus Berlin: Inzidenz bei 372, 3172 Neuinfektionen, sieben Todesfälle.
  • Mehr Service: 2G beim Shoppen, 3G in der Bahn, Testpflicht im Club – diese schärferen Corona-Regeln gelten in Berlin.
  • Und noch mehr Service: Wie gut wirkt meine Corona­Impfung noch, wann brauche ich den Booster? Die Antwort gibt der Tagesspiegel-Impfschutzrechner
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„Wir wollen mehr verbieten“ : Berlin bereitet weitreichende Schließungen und Regelverschärfungen vor

Berlin will große Teile des öffentlichen Lebens schließenDer Berliner Senat hat sich am Dienstag unter anderem auf Schließungen im öffentlichen Leben verständigt, diese aber noch nicht beschlossen. «Wir wollen mehr verbieten», sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Bei einigen Maßnahmen müsse aber der Rechtsrahmen auf Bundesebene angepasst werden. Grund dafür sei das Auslaufen der Epidemischen Lage von Nationaler Tragweite. Von dem heutigen Bund-Länder-Treffen erhoffe sie sich dahingehend Klärung, sagte Kalayci. 
Einige Maßnahmen könnten in den Ländern laut dem neuen Infektionsschutzgesetz nur angewandt werden, wenn vorher das Parlament darüber abgestimmt hat. Man wolle daher einen Parlamentsbeschluss in Berlin auf den Weg bringen. Zudem sei noch diese Woche eine Sondersitzung des Senats geplant, sagte Kalayci. 
Verständigt hat der Senat sich auf folgende Beschränkungen: 

  1. Die Obergrenzen bei Veranstaltungen sollen runtergezogen werden, auf 1000 Menschen draußen und 200 drinnen. Ausnahmen sollen möglich sein bei entsprechenden Hygienekonzepten, etwa im Sport. Doch die Obergrenzen dafür sollen auf 2500 Personen drinnen und 5000 draußen herabgesetzt werden. «Mit diesem Beschluss würde es volle Stadien nicht geben«, sagte Kalayci. Gerade im Fußball wünsche sie sich bundeseinheitliche Regelungen.
  2. Clubs und Bars schließen: «Wir würden am liebsten heute die Clubs schließen und auch ähnliche Einrichtungen. Das ist in dieser epidemiologischen Lage dringend notwendig«, sagte die Gesundheitssenatorin. Rechtlich sei aber noch nicht möglich, da Clubs und Bars im Infektionsschutz als Betriebe gelten. Betriebsschließungen schließe das Gesetz ausdrücklich aus. Sollten Bars und Clubs vom Bund als Freizeiteinrichtungen deklariert werden, seien Schließungen möglich — und in Berlin gewollt.
  3. Weitere Schließungen: Die Überlegungen beziehen sich nicht nur auf Clubs und Bars, sondern auch auf Restaurants, Theater, Museen und ähnlichen Freizeiteinrichtungen. Das sagte Kalayci auf Nachfrage. 
  4. Kontaktbeschränkungen: Sollte das Abgeordnetenhaus zustimmen, will der Senat private Treffen wieder reglementieren. Ein Haushalt dürfte dann nur noch mit maximal zwei ungeimpften Personen eines anderen Haushalts zusammenkommen. Für Treffen unter Geimpften und Genesenen gäbe es keine Beschränkung. Auch Kinder unter 14 Jahren würden nicht mitgezählt.
  5. Weihnachtsmärkte sollen nach dem Willen des Senats ausschließlich für geimpfte und genesene Menschen zugänglich sein, deren Nachweise müssen am Eingang kontrolliert werden. Auf die Nachfrage, dass manche Weihnachtsmärkte qua ihrer Lage nicht eingezäunt werden könnten, sagte Kalayci: «Wer keinen Zaun drumherum machen kann, kann auch keinen Weihnachtsmarkt betreiben.» Einzelne Buden rund um die Märkte, wie etwa am Breitscheidplatz, sollten nachträglich verboten werden. Man wolle mit den Bezirken sprechen, die Genehmigungen wieder zurückzunehmen, und müsse dann auch über Entschädigungen reden.
  6. Der Berliner Senat will den Zugang zu öffentlichen Gebäuden auch für Besucher beschränken. Statt nur für das Personal solle 3G auch für Gäste gelten, sagte Kalayci.

Dass Berlin anders als etwa Bayern die Clubs noch nicht geschlossen hat, liege daran, dass Bayern diese Schließungen bereits vor dem Auslaufen der Epidemischen Lage von Nationaler Tragweite beschlossen habe, sagte Kalayci. Das sei aber eine Übergangsregelung. Ab 15. Dezember brauche auch Bayern eine neue rechtliche Grundlage für die Maßnahmen.  Kein Beitrag vorhanden

Wieder kein Weihnachtssingen bei Union Berlin

Das Weihnachtssingen im Stadion An der Alten Försterei fällt auch in diesem Jahr aus. Am Dienstag gab der 1. FC Union Berlin bekannt, dass die besinnliche Veranstaltung, geplant für den 23. Dezember, wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden wird. Die liebgewonnenen Rituale würden leider auch in diesem Jahr so nicht ablaufen können und so werde das Stadion an dem Tag erneut still und dunkel bleiben, hieß es. (dpa)

Rationierung von Biontech führt zu Impftermin-Absagen – Kalayci bittet um freiwillige Impfung mit Moderna

Berlins Gesundheitssenatorin hat die Menschen in der Stadt aufgerufen, sich mit dem Wirkstoff von Moderna erstimpfen oder boostern zu lassen. Das sei ein sehr guter Impfstoff, sagte Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag. «Biontech wird vom Bund seit dieser Woche rationiert.» Deshalb sagten Berliner Hausarztpraxen vermehrt Booster-Termine ab. «Wir kriegen nicht das, was wir bestellen.» Es würde «sehr helfen», wenn sich Menschen über 30 Jahren bei ihrer ersten oder dritten Impfung für Moderna entschieden.
Die wiederholte Knappheit von Impfstoff sei «schwierig», sagte Kalayci weiter. In den Impfzentren des Landes Berlin werde vermehrt das Vakzin von Moderna verabreicht. Der Biontech-Wirkstoff werde fast ausschließlich bei Menschen unter 30 Jahren eingesetzt sowie bei Menschen, die auch schon ihre Erstimpfung auch mit Biontech hatten. Derzeit komme man in den Impfzentren «gerade so hin» mit den Biontech-Dosen.
Vergangene Woche habe der Senat 38.610 Dosen Biontech für die Impfzentren bestellt – geliefert worden seien 0. Diese Woche habe man von gut 30.000 bestellten Dosen gerade einmal 14.640 erhalten. «Jetzt müssen wir mit diesen 14.460 klarkommen.» Kalayci forderte vom Bund, die Impfstoffzufuhr zu sichern. Die Rationierung von Biontech dürfe nicht das allgemeine Impftempo bremsen.

Anteil der Corona-Patienten in Intensivbetten übersteigt Alarmwert  

Der Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Intensivbetten der Brandenburger Krankenhäuser hat den Alarmwert von 20 Prozent überschritten. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervor. Die Quote lag demnach bei 21,2 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz — der Wert neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche — legte auf 727,8 zu. Das ist im Ländervergleich der dritthöchste Wert nach Sachsen und Thüringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz von 750 ist in sechs Kreisen sowie Frankfurt (Oder) und Cottbus überschritten — dort gelten schon oder kommen noch nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist die Warnampel auf Rot, bei neuen Corona-Patienten in Krankenhäusern binnen sieben Tagen noch auf Gelb. (dpa)

Woidke: «Die Lage wird von Tag zu Tag dramatischer»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält die Klärung über die Frage schärferer Corona-Regeln in ganz Deutschland für notwendig. „Die Lage wird Tag für Tag dramatischer“, sagte Woidke. „Bei uns herrscht ein Lockdown für Ungeimpfte.“ Flächendeckend gelte die 2G-Regel, auch im Einzelhandel, und für Ungeimpfte bestünden Kontaktbeschränkungen. „Die Frage ist, ob dies ausreicht oder ob es weitere Verschärfungen — auch bundesweit — geben muss. Dazu braucht es dringend eine Abstimmung.“
Der geplante Krisenstab im Kanzleramt und die Expertenkommission könnten dazu einen guten Beitrag leisten, sagte Woidke. Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) wollen an diesem Dienstag um 13 Uhr mit den Regierungschefs der Länder telefonisch über neue Schritte beraten.
Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Brandenburg am Dienstag auf 727,8, der dritthöchste Wert bundesweit nach Sachsen und Thüringen. Der Brandenburger Regierungschef warnte davor, dass die steigende Nachfrage nach Impfungen durch fehlenden Impfstoff ins Stocken geraten könnte. „Der Bund muss dringend den erforderlichen Impfstoff liefern“, sagte Woidke. „Es darf nicht sein, dass wir in Brandenburg die Logistik hochfahren, aber wieder Impfstoffmangel herrscht.“ Die Landesregierung will rund 160.000 Impfungen pro Woche mit Ärzten und mobilen Angeboten in Kommunen schaffen. (dpa)

Berliner Senat berät über Corona

Der Berliner Senat berät am Dienstag einmal mehr über die Corona-Pandemie. Ob dabei neue Einschränkungen beschlossen werden, ist offen. Um 13 Uhr will der Senat über die Ergebnisse seiner Beratungen berichten.
In Berlin gelten erst seit vergangenem Samstag schärfere Corona-Regeln. So haben zu den meisten Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt (2G). Ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr. Ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Drogerien und Apotheken. In vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, zu denen ohnehin zuletzt schon nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt hatten, gelten seither zusätzlich zur 2G-Regel weitere Vorgaben. Dazu gehören eine Maskenpflicht oder Testpflicht oder Abstandsgebote.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte zuletzt dafür geworben, neue Maßnahmen gegen Corona auch auf Bundesebene erst einmal ein bis zwei Wochen wirken zu lassen, um ihren Erfolg bewerten und gegebenenfalls nachsteuern zu können. Allerdings ist wegen stark gestiegener Corona-Zahlen und der hohen Belastung der Intensivstationen bundesweit der Druck auf die Politik groß, mit neuen Beschlüssen gegenzusteuern. Am Dienstag wollen Bund und Länder erneut beraten. (dpa)

Inzidenz in Berlin steigt leicht auf 372,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin ist leicht auf 372,1 gestiegen. Das geht aus der aktuellen Statistik des Robert-Koch-Instituts von Dienstagfrüh hervor. Am Montag hatte sie bei 371,5 gelegen, nach 371,6 am Sonntag. Ob sich dieser Trend verfestigt und von einer Stagnation gesprochen werden kann, muss sich in den nächsten Tagen zeigen. Dass die Zahl am Montag nicht steigt oder zurückgeht, hängt oft auch mit Meldeverzug der Gesundheitsämter vom Wochenende zusammen.
In der Regel kommt es montags zu Nachmeldungen, die sich dienstags in einem deutlicheren Anstieg niederschlagen — der zumindest ist diesmal nicht eingetreten. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche legte die Inzidenz am Dienstag auf 349 von 338 am Montag zu. Im Wochenvergleich ist also immer noch ein deutlicher Anstieg auf hohem Niveau zu sehen.
3172 Neuinfektionen gingen in die aktuelle Statistik ein. Sieben weitere Todesfälle wurden im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion registriert.
Drei Bezirke weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz über 400 auf: Neukölln mit 439,9, Pankow mit 422,8 und Reinickendorf mit 408,1. Nur einer liegt noch unter 300, dafür aber deutlich: Marzahn-Hellersdorf mit 267,1.

Keine 3G-Hinweise mehr beim Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche

Nach dem Tagesspiegel-Bericht über irreführende Plakate des Weihnachtsmarkts auf dem Charlottenburger Breitscheidplatz haben die Veranstalter reagiert. Den Artikel können Sie mit einem Abo unseres Digitalangebots Tagesspiegel Plus hier lesen.
Der Satz „Auf dem gesamten Gelände gilt die 3G-Regel: Getestet – Geimpft – Genesen“ wurde mit schwarzer Folie überklebt. Tatsächlich lassen der Schaustellerverband Berlin und die AG City nur die Maskenpflicht kontrollieren. Nach der Berliner Corona-Verordnung reicht dies aus.
Andererseits war vor dem Beginn des Markts eine 3G-Regel angekündigt worden. Davon zeugten dann auch die Plakate. Der Breitscheidplatz gilt jedoch als kaum kontrollierbar, weil er zwischen dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße liegt und von vielen Passanten überquert wird.

„Wir wollen mehr verbieten“ : Berlin bereitet weitreichende Schließungen und Regelverschärfungen vor

Doch kein 3G: Die Plakate wurden geändert.   Bild: Cay Dobberke

Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci will öffentliches Leben bundesweit «runterdrehen»

Vor den Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Krise dringt die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci darauf, das öffentliche Leben mit bundesweiten Regeln wieder auf ein Minimum zu reduzieren. Wegen der niedrigen Impfquote „werden wir nicht drum herum kommen, das öffentliche Leben komplett runterzudrehen“, sagte die SPD-Politikerin am Montag dem Nachrichtensender Welt. „Dafür brauchen wir aber bundeseinheitlich abgestimmte, nächste Schritte.“
Bund und Länder wollen an diesem Dienstag wieder über die Corona-Krise beraten. Kalayci hatte bereits am Wochenende eine „Bundesnotbremse“ gefordert. Bei Welt stellte sie jetzt klar: „Man kann aber nicht den Lockdown wiederholen wie letztes Mal.“ Es müsse differenziert werden, etwa mit Blick auf die Bildung und andere sensible Felder.
Die von ihr geforderte Kontaktreduzierung soll nicht nur für Ungeimpfte, sondern auch für Geimpfte gelten. Dabei reiche es nicht, „wenn jedes Bundesland irgendwas macht“. Nötig sei vielmehr, „dass man hier bundesweit zu neuen Maßnahmen kommt“. Dass es künftig beim Bund einen Krisenstab unter Einbeziehung der Bundeswehr geben soll, begrüßte die Senatorin. Die Bundeswehr habe von Anfang an in Berlin geholfen. „Ich finde das eine sehr gute Idee“, sagte sie dem Sender. (dpa)

Polizeigewerkschaft GdP in Berlin fordert Impfpflicht für Polizei und 3G für Bürger in Dienststellen 

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert eine berufsbezogene Impfpflicht für Polizisten und Beschäftigte des Allgemeinen Ordnungsdienstes (sprich Ordnungsamt) in den Bezirken. Außerdem solle für Bürgerinnen und Bürger beim Zugang zu den Gebäuden des Landesamts für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, des Landsamts für Einwanderung sowie der Bezirks- und Ordnungsämter eine 3G-Regelung gelten. 

„Es steht außer Frage, dass wir hier über einen massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte unserer Kolleginnen und Kollegen reden“, teilte GdP-Landesvize Stephan Kelm am Montag mit. Doch mit Blick auf die Entwicklung in den vergangenen Wochen und die Gefährdung der Gesellschaft durch Corona „führt an einer berufsbezogenen Impfpflicht auch für unsere Bereiche kein Weg vorbei“. Man habe eine berufsbezogene Impfpflicht bis zuletzt abgelehnt, hieß es von der Gewerkschaft, und auf fehlende Regelungen in anderen Bereichen wie etwa der Pflege verwiesen.
Man habe viel über einen solchen Schritt diskutiert und sei sich bewusst, «dass es auch in unseren Reihen nicht allgemeingültiger Konsens ist», sagte Kelm weiter. «Wir müssen aber auch anerkennen, dass die äußeren Gegebenheiten uns hier eingeholt haben und wir keine andere Möglichkeit mehr haben, um Gesundheit und Innere Sicherheit gewährleisten zu können. Der Personalkörper gibt es trotz der vergleichbar hohen Impfquote nicht her, dass wir nur mit Geimpften und Genesenen herausfahren, um Maßnahmen durchzusetzen.»
Man könne schlecht auf Kontrollen oder Hilfeleistungen verzichten, sagte Kelm, wenn ein Gastronom sein Hausrecht ausübe und Einsatzkräften ohne 2G-Nachweis den Zugang verwehre. Welche Probleme sich ergeben, habe auch der Blick auf andere Behörden gezeigt. Unterkünfte könnten bei der Unterbringung von Unterstützungskräften während auswärtiger Einsätze auf 2G-Nachweise pochen und so müsse auf die Entsendung verzichtet werden.
Sollte es zur Entscheidung für eine Impfpflicht kommen, müsse sich der Dienstherr um eine entsprechende Verfügbarkeit von Impfstoffen kümmern, forderte Kelm. Die Impfung müsse als Dienstzeit gelten und «etwaige nachhaltige Erkrankungen, die auf die Impfung zurückzuführen sind», müssten «ohne Diskussion als Dienstunfall anerkannt werden». Zudem könne die Pflicht nur für jene Personen gelten, für die die Impfung gesundheitlich möglich und von der Ständigen Impfkommission empfohlen sei.
Zur verbindlichen 3G-Regelung für Bürger in den Dienststellen sagte Kelm: „Uns erschließt sich nicht, warum das im ÖPNV gelten soll, aber unsere Kolleginnen und Kollegen in den Ämtern einem völlig unnötigen Risiko ausgesetzt werden müssen.“

Inzidenz in Berlin bei 371,5

Die Corona-Inzidenz in Berlin liegt weiterhin auf hohem Niveau. Wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung am Montag hervorgeht, liegt der Wert aktuell bei 371,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – und damit nahezu unverändert gegenüber dem Wert vom Vortag (371,6). Am Montag vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 338,0.
287 Neuinfektionen und keine weiteren Todesfälle wurden gemeldet. Allerdings übermittelten nur zwei Bezirke neue Fälle: Neukölln (96 Fälle) und Spandau (191 Fälle). Die Corona-Zahlen sind am Wochenende und zu Wochenbeginn oft niedriger als unter der Woche – etwa wegen Meldeverzögerungen der Gesundheitsämter.
Die Hospitalisierungsinzidenz liegt am Montag bei 3,5. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten wird mit 19,1 Prozent angegeben, wobei der Wert im Lagebericht zuletzt am Sonnabend aktualisiert wurde. 
In stationärer Behandlung befanden sich (Stand: Freitagmittag) 648 Covid-Patienten, davon mussten 195 intensivmedizinisch versorgt werden.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Stand: Samstagmorgen) waren 71,6 Prozent der Berliner mindestens einmal gegen Corona geimpft, 69 Prozent sind vollständig geimpft.

Ermittlungen zu gefälschten Impfausweisen in 106 Fällen in Brandenburg

In Brandenburg laufen aktuell nach Angaben der Polizei in 106 Fällen Ermittlungen in Zusammenhang mit gefälschten Impfausweisen. Bislang seien in diesem Jahr derartige Sachverhalte im unteren dreistelligen Bereich polizeilich bekannt geworden, sagte Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, auf Anfrage.
Dabei gehe es unter anderem um den Verdacht der Urkundenfälschung beziehungsweise des Ausstellens unrichtiger oder gefälschter Gesundheitszeugnisse. Die meisten Fälle wurden im September (33), Oktober (30) und November (17) registriert. Die Zahlen könnten sich aber noch verändern durch später erfasste Strafanzeigen.
Bereits Anfang Oktober hat sich nach Angaben von Herbst das Polizeipräsidium an die Landesapothekerkammer gewandt. Dabei sei über dieses Kriminalitätsphänomen unterrichtet worden, sagte er. Die Apotheken im Land seien sensibilisiert worden, umgehend die Polizei zu verständigen. „Und das scheint aus Sicht der Polizei auch gut zu funktionieren“, sagte Herbst. Die überwiegende Mehrheit der gemeldeten Fälle sei durch aufmerksames Prüfen der Apothekerinnen und Apotheker entdeckt worden.
Wer sich mit einem gefälschten Impfpass einen digitalen Impfnachweis verschaffe, müsse damit rechnen, dass das entdeckt und konsequent verfolgt werde, sagte er. (dpa)

Kalayci: Kein Berliner Alleingang bei Lockdown

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat ihre Forderung nach einer bundeseinheitlichen Verschärfung der Corona-Regeln erneuert und einen Berliner Alleingang ausgeschlossen. «Wir brauchen noch weiter gehende Maßnahmen», sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend in der «Abendschau» des RBB. Die Länder hätten ihre Möglichkeiten «ausgeschöpft», mehr könnten sie nach dem von der Ampel im Bund vereinbarten Auslaufen der «epidemischen Lage von nationaler Tragweite» im Infektionsschutzgesetz nicht machen. «Unsere Rechtsgrundlage ist nicht mehr da.»
Daher werde es auch keinen Lockdown für Berlin allein gegeben, sagte Kalayci. «Wir können das rechtlich gar nicht.» Eine Schließung von Bars oder Clubs oder das Verbot von Großveranstaltungen seien derzeit nicht möglich. Kalayci hatte bereits am Sonnabend eine «Bundesnotbremse» gefordert. Diese gab es schon einmal im Frühjahr. Sie beinhaltete unter anderem Homeschooling statt Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 165, eine Schließung des Einzelhandels über einer Inzidenz von 150 sowie eine Schließung der Gastronomie und kultureller Einrichtungen und nächtliche Ausgangs- und weitere Kontaktbeschränkungen ab einer Inzidenz von 100. Deutschlandweit lag die Inzidenz am Sonntag bei 446,7 und in Berlin bei 371,6.
Bei der Frage, was sie nun mit einer Bundesnotbremse verbinde, blieb Kalayci im RBB vage:  Es gehe um «Bereiche», sagte sie.

Deutliche Einbußen zum Auftakt des Adventsgeschäfts in Berlin

Der von Corona-Beschränkungen geprägte Auftakt des Adventsgeschäfts hat dem Berliner Einzelhandel einen vergleichsweise mäßigen Umsatz beschert. Es seien deutlich weniger Menschen unterwegs gewesen, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, am Sonntag. Warenhäuser, Shopping-Center und Geschäfte hätten Einbußen zwischen 15 und 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Im Vergleich zu dem Adventsgeschäft vor der Corona-Pandemie 2019 hätten die Händler von einem Rückgang um 40 bis 50 Prozent berichtet. 
«Das ist ein harter Auftakt», sagte Busch-Petersen.In Berlin gelten seit Samstag strengere Corona-Regeln. Mit Einführung der 2G-Regel haben zu den meisten Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr. Ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Der Handelsverband führt den Rückgang der Besucherzahlen auch darauf zurück. (dpa)

Deutlicher Anstieg bei Buchung von Impfterminen in Berlin

Das Interesse an Impfterminen ist in Berlin in der vierten Corona-Welle deutlich gestiegen. Das geht aus Daten des Plattformbetreibers Doctolib hervor, dessen Software in der Hauptstadt bei der Koordination von Terminen für Impfungen gegen das Coronavirus genutzt wird. So wurden allein in der vergangenen Woche rund 157.800 Auffrischungsimpfungen gebucht, wie das Unternehmen am Sonntag der Deutschen-Presse-Agentur mitteilte. In der dritten Oktoberwoche habe die Anzahl noch bei knapp 8900 gelegen.
Einen Tagesrekord bei den Terminen verzeichneten die Berliner Impfzentren nach den Angaben am 18. November mit rund 54.230 Buchungen für Booster-Impfungen. 84 Prozent davon seien online erfolgt, hieß es von Doctolib. An diesem Tag hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen ausgeweitet und diese für alle Menschen ab 18 Jahren empfohlen.
Aber auch das Interesse an Erstimpfungen gegen das Coronavirus ist nach Angaben des Unternehmens deutlich gestiegen. Demnach gab es Ende Oktober täglich durchschnittlich 643 Buchungen, im November stieg diese Zahl auf 1113.
Seit Beginn der Pandemie seien über Dotctolib bislang bundesweit rund 6,7 Millionen Impfungen organisiert worden, hieß es. In Berlin seien 48 Prozent aller Impftermine in den Zentren online gebucht worden. (dpa)

Corona-Inzidenz in Berlin steigt weiter an

Das Coronavirus breitet sich in Berlin weiter aus. In den vergangenen sieben Tagen haben sich 371,6 von 100.000 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, wie aus Daten des Lageberichts des Senats und des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag hervorgeht. Vor einer Woche hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 343,0 gelegen. Bundesweit lag dieser Wert laut RKI am Sonntag bei 446,7, am Vortag hatte der Wert bei 444,3 gelegen.
Insgesamt meldeten die Berliner Gesundheitsämter binnen eines Tages 546 Neuinfektionen mit dem Virus. Allerdings sind nach dem täglichen Lagebericht des Senats Fallzahlen für den einwohnerstarken Bezirk Neukölln nicht tagesaktuell. Zudem sind die Zahlen am Wochenende und zu Wochenbeginn oft niedriger als unter der Woche — etwa wegen Meldeverzögerungen der Gesundheitsämter.
Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab der Lagebericht am Sonntag mit 3,6 an, am Samstag lag er bei 4,1. Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. (dpa)

21 von 35 Gäste einer Party stecken sich an — alle geimpft

Ein Samstag im Spätherbst. Für unsere Autorin und ihre Freunde ist es einer der ersten richtigen Barabende seit eineinhalb Jahren — eine Überraschungsparty zum 30. Geburtstag. Einer von ihnen hat schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen, gekommen zu sein, weil er in der Woche darauf nach Thailand fliegen will. «Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich die Zeit davor zu isolieren.» Aber dann ist er am Donnerstag irgendwie im Kitkat-Club gelandet, und dachte sich: Jetzt ist es auch egal. tagesspiegel

Berlins Gesundheitssenatorin fordert Bundesnotbremse

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dringt auf eine schnelle Verschärfung der Corona-Regeln für ganz Deutschland durch die Bundesregierung. «Ich fordere den Bund auf, eine Bundesnotbremse einzusetzen», sagte Kalayci der «Berliner Morgenpost». Anlass sind die weiterhin hohen Infektionszahlen und die neue, in Südafrika festgestellte und offenbar noch gefährlichere Virusvariante «Omikron». In Berlin sei noch kein Fall dieser Variante aufgetreten, sagte Kalayci auch. Die Labore seien aber darauf vorbereitet.
Zuvor hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen empfohlen. „Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. Neue Virusvarianten machten schnelles und konsequentes Handeln noch dringlicher.
Die Gesundheitssenatorin hatte bereits am Freitag erneut dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen und die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Nun rief Kalayci die Berlinerinnen und Berliner auch dazu auf, Großveranstaltungen vor allem in Innenräumen zu meiden, um das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren. (mit dpa) tagesspiegel

Einzelhandel rechnet mit Einbußen infolge von 2G-Regel

Der Berliner Einzelhandel erwartet deutliche Umsatzeinbußen angesichts der seit Samstag geltenden strengeren Corona-Regeln. «Wir verzeichnen bereits Frequenzrückgänge«, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, am Samstag. Er rechne mit Umsatzeinbußen von 15 bis 30 oder 40 Prozent. Zugleich erneuerte er seine Kritik an der Umsetzung der 2G-Regel wegen der Folgen für die Beschäftigten: «Die Mitarbeitenden müssen die Hilfspolizei geben und bei der Kontrolle die Konfrontationen mit Kunden aushalten.»
Mit Einführung der 2G-Regel haben zu den meisten Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr. Ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Angesichts der angespannten Corona-Situation sei die Einhaltung von Regeln wichtig, so Busch-Petersen. Er appellierte jedoch erneut an den Berliner Senat, sich mit Stichprobenkontrollen zufrieden geben, wie das etwa in Baden-Württemberg oder im Öffentlichen Nahverkehr möglich sei.
«Derzeit werden die Beschäftigten in eine Situation hineingedrückt, vor der sie Angst haben», sagte der Hauptgeschäftsführer und verwies darauf, dass Zweidrittel der Beschäftigten im Einzelhandel weiblich seien. Es gebe erste Hinweise darauf, dass sich Mitarbeitende krank meldeten. Die Kontrollen am Eingang Sicherheitskräften zu übertragen, sei keine Lösung: Dafür gebe es nicht genug Personal, zudem entstünden hohe Zusatzkosten. (dpa)

Zahlreiche Maßnahmen nach Corona-Ausbruch im Bergmann-Klinikum

Mit zahlreichen Maßnahmen reagiert Potsdams größtes Krankenhaus Ernst von Bergmann auf einen erneuten Corona-Ausbruch. Es erfolgten engmaschige Tests von Patienten und Mitarbeitern, teilte die Einrichtung am Samstag auf Nachfrage mit. Ein Besuchsverbot für die betroffene urologische Station und ein Aufnahmestopp seien bereits veranlasst worden. Betroffen vom Ausbruch sind demnach Patienten und Mitarbeiter. Zu deren Anzahl machte das Klinikum am Samstag keine Angaben. Auch den Impfstatus der Betroffenen nannte der Versorger aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.
Derzeit werden nach Angaben der Einrichtung acht Patienten auf der Covid-Intensivstation behandelt, 21 Patienten liegen auf der Covid-Normalversorgungsstation. Ausbrüche seien in der aktuellen Pandemie-Situation leider Teil des «neuen Alltags» von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, hieß es weiter von Seiten des Klinikums. Entscheidend sei, diese frühzeitig zu erkennen, die Ursache zu ermitteln, abzustellen und somit schnellstmöglich zu beenden. (dpa)

Corona-Fälle nehmen weiter zu in Berlin

Die Corona-Zahlen steigen auch in Berlin weiter und belasten die Intensivstationen. Laut dem täglichen Lagebericht des Senats stand die Corona-Ampel am Samstag zweimal auf gelb und einmal auf rot. Das System soll warnen, wenn sich die Situation kritisch entwickelt. Die Corona-Inzidenz lag demnach bei 369,6 und stand damit weiter auf rot. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Virus infiziert haben. Bundesweit hat die Inzidenz am Samstag einen Höchststand erreicht und lag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 444,3.
Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Bewertung der Situation ist die Hospitalisierungsinzidenz. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner nach einer Corona-Infektion innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Er lag am Samstag bei 4,1 und zeigte damit wie schon vor einer Woche gelb auf der Corona-Ampel. Der Wert für die Intensivbettenbelegung lag bei 19,1 Prozent.
Laut dem Lagebericht gab es in Berlin bisher insgesamt 5.488.941 Impfungen. 68,9 Prozent der Menschen in Berlin gelten als vollständig geimpft, 71,5 Prozent haben eine erste Impfung erhalten. (dpa)
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