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Zweifel an Berufsbezeichnung seit Juli bekannt : Berlins Justizsenatorin lässt Professoren-Titel ruhen

Juristen hatten Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer Berufsbezeichnung geäußert. Lena Kreck begründet den Verzicht nun damit, dass es derzeit „Wichtigeres “ gebe.

Zweifel an Berufsbezeichnung seit Juli bekannt : Berlins Justizsenatorin lässt Professoren-Titel ruhen

Justizsenatorin Lena Kreck verzichtet vorerst auf das Führen ihres Professoren-Titels.Foto: picture alliance/dpa

Die Berliner Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) wird ihren Professoren-Titel vorerst nicht mehr führen. Das teilte die Senatsjustizverwaltung am Freitag mit. Anfang Juli waren Zweifel aufgekommen, ob Kreck ihren Titel rechtmäßig führen darf. Zwar hat sie den akademischen Grad erworben, allerdings zweifeln Juristen und Wissenschaftler daran, ob sie ihn lange genug getragen hat.

Laut Berliner Hochschulgesetz muss eine Person mindestens fünf Jahre lang als Professor oder Professorin tätig gewesen sein, um den Titel nach dem Verlassen der Professoren-Stelle weiter führen zu können. Kreck war erst seit Oktober 2019 Professorin an der Evangelischen Hochschule Berlin, bevor sie Ende 2021 zur Senatorin ernannt wurde.

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Bereits im Juli äußerte der Professor für Urheber- und Medienrecht an der Berlin University of Applied Science, Marcel Bisges, im Tagesspiegel Zweifel: „Sie könnte nicht ausreichend lange als Professorin tätig gewesen sein und damit kein Recht erworben haben, den Titel nach Ende ihrer Professorentätigkeit weiter zu führen.“ Sollte es sich bei Kreck um die unberechtigte Führung eines akademischen Titels handeln, könne zudem eine Straftat vorliegen.

Kreck selbst ist weiter der Auffassung, den Titel rechtmäßig führen zu können. „Ich nehme aber zur Kenntnis, dass es dazu auch andere Meinungen gibt“, sagte Kreck. Dem Magazin «Focus» sagte Kreck im Juli, dass ihr Arbeitsverhältnis an der Evangelischen Hochschule Berlin nicht vollständige ruhe und sie weiterhin Abschlussarbeiten betreue. In den aktuellen Krisenzeiten gebe es für eine Senatorin jedoch „Wichtigeres als Debatten in eigener Sache über verschiedene Rechtsauffassungen zu Berufsbezeichnungen zu führen“.

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